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Landrat Bartels verpasst gerade eine Chance

Hau den Lukas

Der Fall Lügde wird mehr und mehr zum Politikum. Die Opposition wirft Landrat Tjark Bartels sowie Rot-Rot-Grün vor, nicht wirklich aufzuklären. Umgekehrt beschimpft der Landrat die Opposition als politische Steinewerfer. Politik funktioniert häufig genau so. Vor dem Hintergrund, dass es hier um einen der schlimmsten Missbrauchsfälle an Kindern geht, ist ein derartiges Hau-den-Lukas-Ritual jedoch unangemessen.

veröffentlicht am 09.05.2019 um 17:56 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Mit einfachen Reflexen wird die Politik weder der Sache noch ihrer Rolle gerecht. Außer Frage steht: Dieser Skandal um Kindesmissbrauch, Behördenversagen und Ermittlungsfehler muss in Gänze aufgeklärt werden. Das wird jeder unterschreiben.

Die Frage ist also, wer den Fall wie aufklärt. Die Opposition fordert einen Sonderermittler – die SPD wittert, dadurch solle dem Landrat geschadet werden. Bartels, dessen Behörde Akten frisiert und sich nicht ausreichend um Kinder gekümmert hat, will mit seiner Stimme und der rot-rot-grünen Mehrheit den Sonderermittler verhindern – die Opposition wittert den nächsten Skandal.

Wenn der Landrat alles so gut aufklärt und so vorbildlich erledigt, wie er sagt, dann ist nicht zu verstehen, warum er sich sperrt. Denn dann würde der Ermittler nur feststellen, dass der Landkreis aus seinen Fehlern gelernt hat und nun alles besser macht. In diesem Fall verpassen Bartels und mit ihm der SPD-Frontmann Ulrich Watermann übrigens gerade eine Chance: Würden sie politisch klug handeln, würden sie den Sonderermittler nicht blockieren, sondern einladen.



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