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Zwischen Freiwilligkeit und Kontrollen mit Konsequenzen

Gratwanderung

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – ganz klar: Das gilt aus Sicht vieler Menschen besonders in Zeiten der Corona-Pandemie. Sicherheit geht vor. Und das zeigten zuletzt verschiedene Umfragen, bei denen große Mehrheiten der Befragten sich für verstärkte Kontrollen aussprachen. Und die meisten Regeln gelten inzwischen als akzeptiert, der Mundschutz als selbstverständliches Utensil.

veröffentlicht am 23.10.2020 um 19:48 Uhr

Christian Branahl

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Sogar die am Donnerstag vorgestellte Jugendstudie der TUI-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren sich ihrer Verantwortung bewusst sind: 52 Prozent der jungen Deutschen halten Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung für angemessen, 83 Prozent halten sie laut Umfrage ein. Dass der Landkreis Hameln-Pyrmont seit Beginn der Pandemie inzwischen 451 Bußgeldbescheide wegen Verstößen gegen die Corona-Vorschriften verhängt hat, dürfte allerdings auf geteilte Meinungen stoßen. Selbst wenn die meisten Menschen erleichtert sein dürften, dass Verfehlungen sanktioniert werden: Der Widerspruch wird wohl kaum ausbleiben. Letztlich verhält es sich wahrscheinlich wie mit der Verkehrssicherheit: Alle sprechen sich dafür aus, so viel wie möglich dafür zu tun – spätestens beim Bußgeldkatalog und seinen Folgen kommt es dann immer auf den Blickwinkel des Betrachters an …

Ob Polizei, Ordnungsämter oder andere staatliche Behörden: Für sie bedeuten die Kontrollen eine Gratwanderung, wenn es um die Akzeptanz in der Bevölkerung geht. Mit zunehmenden Infektionszahlen – und der Landkreis ist inzwischen umringt von Risikogebieten mit Sperrstunde sowie verstärkter Maskenpflicht und erweiterten Kontaktbeschränkungen – dürften die Überprüfungen auch in unserer Region steigen. Dass dies nicht mehr nur mündliche Verwarnungen bedeuten wird, sondern härtere Konsequenzen, zeichnet sich ab. „Schön wäre es gewesen, wenn der Appell an die Vernunft der Menschen ausgereicht hätte“, wie es von der heimischen Polizei heißt. Wichtig bleibt, dass alle Beteiligten vor allem zunächst auf Freiwilligkeit und Einsicht setzen, damit die Menschen vor weiteren Folgen der Pandemie im Weserbergland geschützt werden. Doch: Dabei wird es nicht lange bleiben. Dass einige Regionen wie der Landkreis Hameln-Pyrmont bislang verschont geblieben sind, dürfte schon in Kürze Vergangenheit sein.



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