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Wofür steht „Die Mitte“?

Fatales Signal

Aus der rechtspopulistischen AfD wird „Die Mitte“. Es ist nicht die erste überraschende Umorientierung im noch jungen Hamelner Rat, aber bisher die skurrilste.

veröffentlicht am 10.04.2017 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 11.04.2017 um 09:58 Uhr

Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite

Ausgerechnet die beiden Kandidaten der AfD, jener selbst ernannten Kämpfer gegen „Altparteien“, gegen „Eliten“, die doch eh machen „was sie wollen“, ausgerechnet die Vertreter jener Partei also machen – nun ja – was sie wollen. Denn die Wähler haben mit ihren Kreuzen bei den Rechtspopulisten zwei Männer in den Hamelner Rat gehievt, die erst in den Monaten nach der Wahl definieren, wofür sie politisch überhaupt stehen möchten. Zu erkennen gegeben haben Lüdtcke und Seeger davon bisher nichts – in den Sitzungen schweigen sie zumeist. Man mag ihre Abkehr von der AfD politisch begrüßen – eine Farce bleibt sie dennoch. Nun sitzt also plötzlich eine Fraktion im Rat, die auf keinem Stimmzettel stand.


Eine Sache immerhin haben die beiden Ex-AfDler bereits gelernt: Im Zweifelsfall muss man sich auf die „Wähler“ berufen. Also redeten sie sogleich davon, was sie ihren „Wählern schuldig“ seien. Doch wer hätte die zwei Politikneulinge ohne das Etikett der Populisten überhaupt gewählt?
In den letzten Monaten haben Ratsfraktionen – besonders durch überraschende Ein- und Austritte – wiederholt gezeigt, dass sie der „Wählerwille“ nur als hohle Phrase interessiert. Eine originelle Pointe, dass dem nun ausgerechnet die
(Ex-)Vertreter der AfD die Krone aufsetzen.

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