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Hameln braucht ein neues Rathaus

Farbe bekennen

Wer das Rathaus sanieren möchte, investiert in einen Schrottplatz. Statt sich weiter in den Gedanken zu verrennen, wie einem maroden Bauwerk für viele Millionen besserer Brandschutz verpasst werden kann, muss sich die Politik endlich durchringen, die Abrissbirne zu bestellen und ein neues Rathaus zu bauen. Ganz oder wenigstens zum Teil. Und sie muss eine wichtige Frage beantworten: Wie viel Verwaltung braucht die Stadt in Zukunft noch?

veröffentlicht am 27.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 10:54 Uhr

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Seit Jahren schiebt die Politik die Frage, ob das Rathaus in kleinem oder großem Stil saniert oder abgerissen werden soll, vor sich her. Offiziell klingt das so: Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit dem Thema. Doch vor allem sind es Handwerker, die sich mit dem Rathaus beschäftigen. Während die Politik auf der Stelle tritt, eilen sie von Baustelle zu Baustelle. Mal streikt der Fahrstuhl, mal leckt das Dach, mal muss der Bodenbelag entfernt werden. Dass Aktenkeller nur unter Atemschutz aufgesucht werden dürfen, Büros geräumt werden müssen – Alltag im Rathaus.

Jede Investition in die alte Bausubstanz kommt dem hoffnungslosen Versuch gleich, ein Leck in einem Fass ohne Boden zu stopfen. Eine Sanierung, die nicht nur Flickschusterei sein soll, sondern die wenigstens ansatzweise auf ein modernes und funktionales Bürogebäude zielt, würde am Ende wahrscheinlich sogar mehr Geld verschlingen als ein Neubau.

Die Politik muss endlich Farbe bekennen und eine Entscheidung treffen. Auch über die Zukunft der Verwaltung selbst. Denn je schlanker die Behörde wird, desto günstiger wird das Bauprojekt.

Vor den Bauplänen müsste deshalb ein Leitbild erstellt werden, das etwas weiter in die Zukunft blickt: Wie sieht eine bezahlbare Stadtverwaltung in zehn Jahren aus? Welche Aufgaben stemmt sie mit wie viel Personal, wovon trennt sie sich und in welchen Bereichen kooperiert sie mit dem Landkreis? Und: Welche Abteilungen können ausgelagert werden, weil sich andere zentral gelegene Gebäude für sie anbieten?

Höchste Zeit für die Politik, sich darüber finale Gedanken zu machen und den Handwerkern im Rathaus nicht tatenlos das Feld zu überlassen.



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