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Sieger trotz Denkzettels

Es bleibt spannend

Die Stichwahl zwischen Klaus Blome und Carolin Muschter war mit Spannung erwartet worden. Jedenfalls von den 57,39 Prozent der 16 267 Pyrmonter, die wählen durften.

veröffentlicht am 27.09.2021 um 01:01 Uhr

Juliane Lehmann

Autor

Reporterin (Pyrmonter Nachrichten) zur Autorenseite

„Es war eine harte Auseinandersetzung. Aber wir haben es hinter uns“, sagte der Wahlsieger am Sonntagabend. Seine unterlegene Konkurrentin hatte kurz vorher in kleiner Runde mit Genugtuung und dem Blick auf die von der Verwaltung und der Polit-Praxis in der Stadt frustrierten Wähler festgestellt: „Der Ort ist aufgewacht.“ Zudem stellte sie in Aussicht: „Wir fangen jetzt erst richtig an.“ Das klang schon ein bisschen nach Drohung. Aber wenig überraschend – strebte Muschter doch überhaupt nur in die Pyrmonter Politik aus Empörung über den Verlauf vieler Sitzungen, in denen kaum jemand der gewählten Volksvertreter das Verwaltungshandeln zu hinterfragen schien und eine Stimmenthaltung bisweilen zum Höhepunkt des Widerspruchs wurde.

Ob es nun in den nächsten fünf Jahren heiter werden kann in Bad Pyrmonts Lokalpolitik, bleibt abzuwarten. Aber mehr gestritten wird bestimmt. Denn die fünfköpfige Fraktion von „Bad Pyrmont intakt“ mit ihrer Frontfrau wird sich aus Gründen der Stadträson kaum so unterordnen, dass alle Beschlüsse ohne Nachfragen und Diskussionen fallen. Auch dann, wenn sich die bislang und wohl weiterhin tonangebenden Fraktionen CDU und SPD zu einer Großen Koalition und damit einer bequemen Mehrheit zusammenraufen sollten. In welche Richtung die Reise geht, wird sich in den kommenden Tagen oder Wochen zeigen. Jedenfalls gratulierte der am 12. September unterlegene SPD-Bürgermeisterkandidat Uwe Schrader dem neuen alten Rathaus-Chef schon kurz nach Bekanntwerden des vorläufigen Wahlergebnisses am Telefon.

Dass das Reizthema „Feuerwehrhaus-Standort“ so manchen zu einer Denkzettel-Wahl trieb, weiß auch Sieger Klaus Blome. Dass Teile der Öffentlichkeit „nach mehr Teilhabe rufen“, wie er es am Sonntag ausdrückte, ebenfalls. Nun kommt es darauf an, was Bürgermeister, Verwaltung und Politik daraus machen. Taktieren und im Falle von Protest das Abschieben der Verantwortung auf die jeweils andere Seite wäre jedenfalls ziemlich unklug.



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