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Springer Premiere in Hameln

Einen Versuch wert

Da war doch mal was...? Richtig! Vor 13 Jahren spielte der VfL Hameln in der 2. Bundesliga. Was dann kam, war ernüchternd. Der deutsche Vizemeister von 1994 stürzte brutal ab. Bis in die Oberliga. Ein tiefer Fall. Die erste Adresse in Sachen Top-Handball ist heute Springe. Ein steiler Aufstieg. Der oft belächelte David ist als Zweitligist in die Goliath-Rolle geschlüpft. Chapeau!

veröffentlicht am 04.09.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 11:37 Uhr

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Doch auch für ihn wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Das bekam der Neuling zum Saisonauftakt deutlich zu spüren. Die Mannschaft hat Neuland betreten. In jeder Beziehung. Acht ihrer 20 (!) Heimspiele wollen die Handballfreunde in Hamelns Rattenfängerhalle bestreiten. Natürlich nicht ohne Hintergedanken. Denn aus wirtschaftlichen Gründen kann der Klub in dieser Liga nur überleben, wenn er seine Fühler in Richtung Weserbergland-Metropole ausstreckt und damit mehr Zuschauer und weitere Sponsoren anlockt. Ohne Moos nichts los. Das war schon immer so.

Auch zu glanzvollen VfL-Zeiten in der Beletage des deutschen Handballs. Rund 1000 Fans (statt 500 in Springe) wären ein guter Anfang im Hamelner Handball-Tempel, wo früher „der Bär steppte“. Heute herrscht hier tote Hose. Die Zuschauer sind in Sachen Spitzensport seit Jahren auf Diät gesetzt. Magerkost statt Leckerbissen. Das schmeckt niemandem. Es muss was getan werden. Die HF Springe packen es an. Sie wollen Handball mit Event-Charakter bieten. Keine Frage: Das ist einen Versuch wert. Noch besser wäre es, wenn der Klub vom Deister und der VfL irgendwann einmal auch sportlich an einem Strang ziehen würden. Nur dann hätte Spitzenhandball hierzulande vielleicht wirklich eine Zukunft. Denn eines ist sicher: Alleine stemmt das gewaltige Projekt 2. Bundesliga auf Dauer niemand. Weder in Springe noch in Hameln.



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