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Auflösung des Vereins riskiert

Eine Farce

Die Jahreshauptversammlung der SG Hameln 74 war eine Farce. Erst wurde Ralf Kämper von der Mehrheit der 44 anwesenden Mitglieder zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt. Nur wenige Minuten später musste Kämper seinen Platz schon wieder räumen. Ihm blieb quasi nichts anderes übrig, als sofort wieder zurückzutreten, weil die Zukunft der SG 74 auf dem Spiel stand. Und das wollte er „im Interesse des Vereins“ nicht riskieren. Das hat Respekt verdient – und am Ende wohl den Verein vor der Selbstzerstörung gerettet. Wäre er Vereinsvorsitzender geblieben, wäre der geschäftsführende Vorstand der SG Hameln 74 handlungsunfähig gewesen.

veröffentlicht am 22.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 16:51 Uhr

aro

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Weil der Verein ohne einen 2. Vorsitzenden und ohne Kassenwart nicht mehr geschäftsfähig gewesen wäre, hätte im schlimmsten Fall sogar die Auflösung gedroht. Das wäre der Super-Gau für den Hamelner Nordstadt Klub gewesen, der ums Überleben kämpft. Offenbar geblendet durch die teuer erkauften sportlichen Erfolge der Fußballer hat es der Vereinsvorstand in den vergangenen Jahren versäumt, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Folge: Die Zahl der Mitglieder hat sich seit 1999 halbiert. Es sind nur noch 251 übrig geblieben. Die Tischtennis-Abteilung wurde komplett aufgelöst. Und auch beim Kinderturnen gibt es durch den angekündigten Abschied von Trainerin Marion Müller Probleme, eine Nachfolgerin zu finden. Ohne die Fußballer hat die SG 74 nicht mehr viel zu bieten. Sollte die Landesliga-Mannschaft am Saisonende auseinanderbrechen, droht der Verein in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Wie es weitergeht, weiß momentan niemand so genau. Auch der neue Vorstandschef Karsten Baum nicht. Baum tritt ein schweres Erbe an, weil die vereinsinternen Querelen das Klima in den vergangenen Wochen und Monaten stark belastet haben. Es wurde mehr übereinander geredet als miteinander. Seine schwerste Aufgabe wird sein, den Streit hinter den Kulissen zu schlichten und innerhalb des Vereins wieder ein „Wir-Gefühl“ zu erzeugen. Ob ihm das gelingt, bleibt abzuwarten. Jetzt bleibt ihm erst einmal nichts anderes übrig, als zu retten, was zu retten ist.



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