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Eine deutliche Denkzettelwahl

Der Amtsinhaber gibt sich fröhlich-gelassen. Angesichts der Stichwahl-Gegnerin Carolin Muschter kann Klaus Blome ziemlich sicher sein, dass sowohl SPD als auch Grüne zum 26. September eine Wahlempfehlung für ihn abgeben werden.

veröffentlicht am 13.09.2021 um 03:53 Uhr

Juliane Lehmann

Autor

Reporterin (Pyrmonter Nachrichten) zur Autorenseite

Mit Blick auf die Herausforderin nannte jemand aus der Politik den Bürgermeister am Sonntagabend hinter vorgehaltener Hand „das kleinere Übel“. Im Umkehrschluss war damit auch gesagt, was das Gros der Lokalpolitiker über die Frau denkt, die es binnen weniger Monate quasi aus der außerparlamentarischen Opposition zur Senkrechtstarterin gebracht hat. Dass 2496 von 8254 Wählerinnen und Wählern für Muschter stimmten, zeugt von erheblicher Unzufriedenheit. Vielleicht sollten die etablierten Akteure der bislang erfolgreichen Wahlkämpferin nicht nur uneinlösbare Versprechen vorwerfen. Sie wären sicher gut beraten, etwas substanziellere Ursachenforschung zu betreiben.

Denn die Unzufriedenheit mancher Bürger über die ihnen entgegengebrachte Ignoranz der vermeintlich Mächtigen in Politik und Verwaltung war schon vor Carolin Muschter da. Nur lockten die Feuerwehr-Diskussionen und andere spannende Themen mehr Gäste in die politischen Sitzungen. Der dort gelegentlich befremdliche Umgang mit ihnen verfestigte dann bei so manchem den Frust. Dass Bürger – wie es gelegentlich schien – unangenehme Fragen stellen und Antworten einfordern, schien manchem Entscheider, vor allem aber denen, die die Beschlüsse vorbereiten, bisweilen lästig. Und die Bürger bekamen nicht den Eindruck, als würden die als Volksvertreter Gewählten das Verwaltungshandeln je kritisch begleiten. So entschied sich mancher für den Denkzettel.



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