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Ihre Meinung zum Frauenhaus ist gefragt

Eine Backpfeife geht noch?

Wieder einmal beschäftigt das Frauenhaus die Kommunalpolitik. Und man muss sagen: Es wird. Geredet. Und weiter geredet und noch mehr geredet. Nicht nur in Stadt und Landkreis, sondern auch auf Landes- und Bundesebene.

veröffentlicht am 20.09.2018 um 17:44 Uhr
aktualisiert am 11.10.2018 um 12:59 Uhr

Juni

Autor

Julia Niemeyer Verlegerin / Chefredakteurin zur Autorenseite

Wie wunderbar. Mehreren tausend Frauen, die jährlich bundesweit vor verschlossener Tür stehen, wenn sie Zuflucht in einem überfüllten Frauenhaus suchten, wird das bestimmt gefallen. Sie haben sicherlich größtes Verständnis dafür, dass auch nach Jahren der Überbelegung keine Lösung gefunden werden konnte. Nicht für sie und auch nicht für ihre Kinder. Frauen sind so. Sie verstehen, dass es Wichtigeres gibt als ihr Wohl. Sie warten, bis sie an der Reihe sind. Und scheinbar sind sie das nicht. Eine weitere Backpfeife werden sie doch wohl noch aushalten.

Verzeihung, liebe Leserinnen und Leser, aber anders als mit viel Sarkasmus ist diese Situation nicht zu ertragen. Auf der einen Seite die lautstarken Debatten über Gewalt gegen Frauen und die Frage, wie man sie besser schützen könnte, der öffentlichkeitswirksame Aufschrei und eilige Solidaritätsbekundungen – und auf der anderen Seite, da, wo genau diese Gewalt passiert und wahrscheinlich auch deshalb niemand so richtig hinschauen mag: Untätigkeit. Weil es, sagen wir es, wie es ist, am Ende nur ums Geld geht.

Interessant: An anderer Stelle ist uns die Unversehrtheit unserer Mitmenschen durchaus eine Menge wert. Ohne mit der Wimper zu zucken bringen wir Gesetze auf den Weg und investieren Millionen in den Brandschutz. Weil das nun mal so muss. Verbrennen soll in diesem Lande schließlich niemand. Sichere Unterkünfte für Frauen, die teilweise buchstäblich um ihr Leben fürchten, sind dagegen immer noch eine freiwillige Leistung, ein Kann und kein Muss. Steht dann wieder einmal eine Frau in Flammen, weil ihr Partner sie mit Benzin übergossen und angezündet hat, piept so wenigstens pflichtschuldigst der Feuermelder.

Sie sind jetzt wütend, liebe Leserin, lieber Leser? Vielleicht haben Sie auch eine völlig andere Sicht der Dinge, einen Lösungsvorschlag oder eigene Erfahrungen, die Sie gerne teilen möchten? Dann schreiben Sie uns unter dem Stichwort „Frauenhaus“ an redaktion@dewezet.de oder an die Dewezet-Redaktion, Osterstraße 15-19, 31785 Hameln. Wir veröffentlichen Ihre Meinung zum Thema in einer der kommenden Ausgaben.

ZUM ARTIKEL: Kein Geld für Frauen in Not



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