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Kahlschlag-Entscheidung muss revidiert werden

Die spinnen wohl

Es war nur eine kurze Pressemitteilung der Hamelner Stadtverwaltung. Doch die Reaktionen in der Bevölkerung sind riesig, die Volksseele kocht. An der Holtenser Landstraße sollen Bäume gefällt werden. Nichts Wildes, könnte man meinen. Bei näherem Hinsehen muss man aber feststellen, dass hier nicht etwa der eine oder andere Baum gefällt werden soll. Sondern – grob gerechnet – rund 45 000 Quadratmeter Wald niedergemacht werden sollen, weil Bäume nach mehreren trockenen Jahren Äste oder Kronen abwerfen können – und das Verkehrsteilnehmer potenziell gefährdet.

veröffentlicht am 25.10.2020 um 18:31 Uhr

Thomas Thimm

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die Sicherheit des Straßenverkehrs auf dieser wie auf allen anderen Landstraßen muss und soll gewährleistet werden. Doch wenn das dann bedeuten soll, dass entlang von bewaldeten Straßen, Landstraßen und Alleen rechts wie links stets ganze Schneisen freigeschlagen werden, dann müssen Verwaltungen und Forstämter das bitteschön auch so erklären. Wir stellen uns vor: Nach der Holtenser Landstraße sind der Ausgang der Klütstraße und Helpenser Landstraße dran, viele andere Straßen haben teils sehr alten Baumbestand, ob nun Hamelns Goethe- und Schillerstraße oder die vielen malerischen Alleen im Weserbergland. Kein Wunder, dass viele denken: „Die spinnen wohl.“

Das Argument fürs Hau-ruck-Schneisenschlagen klingt vorgeschoben: Das seien dann ganz prima Streifen für die Artenvielfalt, heißt es. Es darf jedoch bezweifelt werden, dass sich die Vielfalt im Weserbergland an der Holtenser Landstraße entscheidet – zumal weder Straßenverkehr noch Wintersalze super für Flora und Fauna sind.

Übrigens reden wir hier von einem Landschaftsschutzgebiet. Das sollte geschützt und nicht großflächig abgeholzt werden. Sicherheit und Waldschutz zu vereinen, kann am Ende also nur den Mittelweg bedeuten: Kranke und nicht standsichere Bäume müssen weg, der Rest kann stehen bleiben.



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