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Was soll der Hamelner Campus am Ende eigentlich genau werden?

Die Frage nach dem Inhalt

Ganz alten Erzählungen nach hat sich Hameln einst gegen eine Universität entschieden. Legende hin, historischer Kram her – spätestens seit dem Abzug der britischen Streitkräfte aus der Rattenfängerstadt gibt es ein neues Ansinnen, einen Campus in Hameln zu schaffen.

veröffentlicht am 27.08.2018 um 17:45 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Auf dem alten Gelände der einstigen „Gordon Barracks“ beziehungsweise Linsingen-Kaserne soll ein Bildungs- und Gesundheitscampus entstehen. Landkreis und Stadt haben diese Idee aus der Taufe gehoben, seither ploppt das Thema immer mal wieder auf dieser und jener Tagesordnung auf, werden einzelne Pakete des Großen und Ganzen aufgeschnürt, neu debattiert, verändert oder auch nicht. Das kann man so machen.

Allerdings: Die Antwort auf die eine zentrale und übergeordnete Frage bezüglich der Campus-Idee ist für die breite Öffentlichkeit leider noch gar nicht so beantwortet worden, wie es sein müsste. Was soll der Bildungs- und Gesundheitscampus am Ende eigentlich sein? Ein möglichst breit angelegter Bildungsstandort? Eine Hochschul-Einrichtung? Ein Stadtteil, in dem Bildungsthemen aus dem Gesundheitswesen großgeschrieben werden? Oder nur ein Sammelsurium verschiedenster Einrichtungen, die auf Hamelns Landkarte neu sortiert werden?

Im Moment sieht es leider eher nach Letzterem aus. Da sollen die Elisabeth-Selbert-Schule und die Handelslehranstalt ihr neues Zuhause bekommen, in der Nähe ein Kindergarten gebaut werden, die Technische Akademie mit aufs Gelände – zwei Schulen, eine Meister-Akademie und eine Kita sind aber noch kein Bildungscampus. Ansonsten gibt es noch viele, viele Fragezeichen. Ein Stück weit normal, aber hier sind es eben zu viele Fragezeichen. Und ehrlich gesagt, sind inhaltliche Antworten zur Ausrichtung des avisierten Campus‘ für die Entwicklung der Stadt Hameln deutlich wichtiger als die Frage, ob drei alte Gebäude stehen bleiben oder nicht.

Weder der Landrat noch der Oberbürgermeister wollen sich bei dem Campus-Projekt Finger oder Mund verbrennen, wenn sie zu viel versprechen. Großen Projekten muss man durchaus auch die Gelegenheit geben, wachsen zu können. Dennoch: Die Hamelner Campus-Idee bräuchte eben auch den Mut von Visionären. Gar nicht allzu visionär ist übrigens die Vorstellung, dass der Campus auch die Hochschule Weserbergland beherbergen sollte. Ja, eigentlich müsste. Nur dann kämen wir einem Campus tatsächlich deutlich näher – und für Hameln deutlich weiter.



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