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Der Wechsel: Für die CDU lief es schief

Der Wähler hat entschieden, klar für einen Wechsel im Rathaus in Bodenwerder gestimmt. 4722 Wahlberechtigte der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle machten am Sonntag bei der Stichwahl ihr Kreuz beim SPD-Mann Sebastian Rode, Amtsinhaberin Tanya Warnecke kam auf 3727 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 68,64 Prozent. Das ist eine deutliche Niederlage – auch prozentual.

veröffentlicht am 27.09.2021 um 00:58 Uhr

Matthias Aschmann

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Während die Sozialdemokraten jubilieren, fragen sich die Christdemokraten, was da so gründlich schief gelaufen ist. Vor fünf Jahren hatte Warnecke noch ihre SPD-Kontrahentin Marie-Luise Niegel in der Stichwahl ausgestochen und fünf Jahre im Rathaus für die Samtgemeinde, aber auch als Stadtdirektorin für die Münchhausenstadt durchaus Beachtliches erreicht. Der Tourismusbeitrag wurde abgeschafft, die Weserpromenade in Bodenwerder zu einem Schmuckstück herausgeputzt, der Wohnmobilplatz saniert, der Bürgerbus gegründet, die Schließung der Oberschule abgewendet – die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Angesichts keiner klaren Mehrheitsverhältnisse im Samtgemeinderat und zuletzt auch im Stadtrat war die CDU auf eine gute Zusammenarbeit mit der SPD angewiesen. Und die Zusammenarbeit war offenkundig überaus vertrauensvoll, gut und fruchtbar. Genutzt hat dies allerdings unter dem Strich eher der SPD, auch weil Warnecke ihre Erfolge nicht gerade sehr offensiv vermarktete. Zudem schwächelte die Union nun auch noch auf der Hochebene. Zwar lag Warnecke dort wie erwartet vorn, aber nicht mehr in dem Maße wie in früheren Jahren. In Hehlen räumte der amtierende Gemeindebürgermeister dagegen kräftig Stimmen ab.

Ein wesentlicher Faktor dürfte auch die Wahlempfehlung der Grünen für Rode gewesen sein. Das zeigt sich unter anderem in Polle, einer Hochburg der Grünen. Dort setzte sich Rode ebenfalls klar durch. Im November wird der Wechsel vollzogen – nach Ernst-August Wolf und Joachim Lienig ist Rode nun schon der dritte Sozialdemokrat aus Hehlen, der den Chefsessel der Samtgemeindeverwaltung erobert hat. Im Samtgemeinderat hätte Rot-Grün eine Mehrheit. Bleibt abzuwarten, ob diese Mehrheit auch zustande kommt.



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