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Kreis setzt wichtiges Signal für Integration

Aus Fehlern gelernt

Wird man zu einem Runden Tisch zum Thema Flüchtlinge eingeladen, zuckt man als Journalistin erst einmal zusammen. Runder Tisch, das klingt nach Willensbekundungen und nach „wir müssen unsere Kräfte bündeln“, aber eben nach wenig Konkretem. Umso überraschender die Worte, mit denen Claudio Griese seine Gäste am Mittwochabend empfing: „Wir müssen uns nichts vormachen: Die Menschen, die jetzt in den Landkreis kommen, werden bleiben – vielleicht für immer.“ Punkt. Als die letzte große Flüchtlingswelle Deutschland erreichte, zur Zeit des Balkankonflikts in den 1990er Jahren, klang das noch ganz anders: Man parkte die vor Krieg, Gewalt, Tod und politischer Verfolgung Flüchtenden in Asylantenheimen möglichst am Stadtrand und wartete auf deren Heimreise. Als auch dem Letzten endlich gewahr wurde, dass es so schnell keine Rückkehr in die zerbombten und zerstörten Herkunftsländer geben würde, war von Integrationsbereitschaft – auf beiden Seiten – längst keine Rede mehr. In Hameln-Pyrmont hat man aus den Fehlern von damals offenbar gelernt: Der Illusion, dass „die da“ „unseren“ Landkreis bald wieder verlassen werden, gibt man sich gar nicht erst hin – und setzt von vornherein auf Integration. Ein wichtiger, vielleicht der wichtigste Baustein dieser Integrationsarbeit ist das Wohnen Tür an Tür. Der Kreis hat mit seinem Vorstoß den Weg geebnet, damit dies auf Dauer gelingen kann – auch dann noch, wenn die Zahl der Flüchtlinge weiter ansteigt. Ein wichtiges Signal.

veröffentlicht am 27.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2016 um 11:23 Uhr

Wiebke Kanz

Autor

Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite


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