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Wie konnte es so weit kommen?

Arme Schulen

Seit Jahrzehnten stets dieselbe Platte: Bildung ist wichtig, es muss investiert werden, Kinder sind die Zukunft. Egal, welche Partei oder Regierung gerade auf den politischen Gegner eindrischt: Schuld sind immer die anderen – und man selbst hat es doch schon immer besser gewusst. Nur: Kann bitte mal jemand erklären, warum zum Teufel dann so wenig dabei herauskommt?

veröffentlicht am 08.12.2017 um 16:54 Uhr

Thomas Thimm

Autor

Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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In den letzten 30 Jahren gab es keinen Kultusminister und keinen Politiker, der nicht so getan hätte, als wüsste er, wie Schule funktioniert. Dabei operiert die Politik die Bildungsfrage immer wieder zum Philosophie-Grundkurs um – verfehlt aber mit Pauken und Trompeten das Klassenziel.

In Wirklichkeit geht es doch um etwas anderes: um Inhalte, Unterrichtsformen, Hilfe zum und Spaß am Lernen. Falls Sie sich jetzt fragen sollten, was der denn da schreibt – dann horchen Sie doch mal Ihre Kinder aus, welche Themen die in den letzten Wochen so richtig mit Begeisterung gelernt haben … Bei näherem Hinhören stellen sich automatisch ganz viele Fragen: Wie erfinden wir Unterrichtsformen, die modern sind? Was können in dieser Hinsicht Schulen in Finnland oder Kanada, was wir nicht können? Wie schaffen wir diesen unsäglich ermüdenden Frontalunterricht ab? Wie schaffen wir es, dass Schüler zum Beispiel im Geschichtsunterricht nicht einschlafen? Wie schaffen wir es, dass Schüler nicht an PCs sitzen müssen, die eigentlich auf den Müll gehören? Wie schaffen wir es, dass Lernen Spaß macht? Und Schüler alleine deshalb nicht vergessen, wer Karl der Große war, was Chemie mit dem Menschen zu tun hat oder warum es nicht schlecht ist, zu wissen, wie das Klima auf der Erde funktioniert?

Zur Beantwortung brauchen wir weder Kampfeltern-Debatten noch Kuschelromantik. Was wir aber brauchen, sind intelligente Ansätze für moderne Unterrichtsformen. Eine perfekte Ausstattung der Schulen mit Personal und Technik. Damit das berühmte Fordern und Fördern nicht an nur einem Lehrer in der Klasse hängt. Damit jeder, der möchte, zum Beispiel Informatik lernen kann – und nicht nur so viele, wie es alte PCs an der Schule gibt. Damit Schüler Unterricht auch selbst gestalten können. Damit Sprachintegration funktionieren kann.

Im Moment sind irgendwie alle unzufrieden mit dem Schulsystem. Schüler, Eltern, Lehrer, Rektoren, Politiker, Universitäten, Unternehmen. Es ist wirklich an der Zeit, dieses radikal zu ändern.



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