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Neue Nasa-Analyse

Saturn verliert seine Ringe schneller als gedacht

Leicester/San Diego (dpa) - Der Planet Saturn verliert seine majestätischen Ringe, und zwar in höherem Tempo als gedacht. Das schließen Astronomen um James O’Donoghue von der US-Weltraumbehörde Nasa aus einer Analyse der Saturnatmosphäre.

veröffentlicht am 21.12.2018 um 13:36 Uhr
aktualisiert am 25.12.2018 um 12:20 Uhr

Bereits die beiden «Voyager»-Sonden hatten bei ihrem Vorbeiflug in den 1980er Jahren Belege dafür gefunden, dass die Eisteilchen der Saturnringe auf den Planeten herabregnen. Foto: NASA/JPL/ESA

Die Eisteilchen der Ringe werden demnach in vergleichsweise großer Menge von der Schwerkraft des Gasriesen abgesaugt. In 100 Millionen Jahren könnten die Ringe verschwunden sein, erläuterte O’Donoghue in einer Mitteilung der Universität Leicester. Die Forscher stellen ihre Analyse im US-Fachblatt «Icarus» vor.

Bereits die beiden «Voyager»-Sonden der Nasa hatten bei ihrem Vorbeiflug in den frühen 1980er Jahren Belege dafür gefunden, dass die Eisteilchen der Saturnringe auf den Planeten herabregnen und dabei dunkle Bänder in der Atmosphäre des Gasriesen bilden. «Wir schätzen, dass dieser "Ring-Regen" den Saturnringen in einer halben Stunde die Entsprechung eines Olympia-Schwimmbeckens entzieht», berichtete O’Donoghue. In diesem Tempo werde das Ringsystem spätestens in 300 Millionen Jahren komplett verschwunden sein.

Es könnte allerdings noch wesentlich schneller gehen, denn hinzu kommt ein weiterer Verlust: Die europäisch-amerikanische Saturnsonde «Cassini», die 2004 bei dem Ringplaneten eingetroffen war, hatte zudem beobachtet, das der Ring-Regen auch auf den Saturn-Äquator prasselt. «Addiert man das von der Raumsonde "Cassini" nachgewiesene Ring-Material, das auf den Saturn-Äquator fällt, haben die Saturnringe weniger als 100 Millionen Jahre zu leben», erläuterte O'Donoghue. Verglichen mit dem Alter des Planeten von mehr als 4000 Millionen Jahren sei das eine vergleichsweise kurze Zeit.

Weil sie so schnell verschwinden, gehen Forscher davon aus, dass die Ringe - in kosmischen Maßstäben - noch nicht sehr lange existieren. «Das geringe Alter der Ringe hat einige wirklich erstaunliche Konsequenzen», ergänzte Ko-Autor Tom Stallard von der Universität Leicester. «Es ist möglich, dass die Saturnringe zur Zeit der Dinosaurier sogar noch größer und heller waren als wir sie heute sehen. Irgendetwas Dramatisches muss sich bei Saturn ereignet haben, lange nachdem der Planet selbst sich gebildet hat.» Die Forscher wollen das Phänomen nun weiter beobachten und dabei unter anderem untersuchen, wie sich die Ringe mit den Jahreszeiten auf Saturn verändern.



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