weather-image
Keine eigener Tower mehr

Saarbrücker Flughafen wird ferngesteuert

Saarbrücken/Leipzig (dpa) - Der Flughafen Saarbrücken wird als erster internationaler Flughafen in Deutschland nicht mehr vom örtlichen Tower aus überwacht.

veröffentlicht am 04.12.2018 um 17:14 Uhr
aktualisiert am 05.12.2018 um 09:22 Uhr

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) ist der Saarbrücker Flughafen der weltweit größte Airport, der im täglichen Betrieb fernüberwacht wird. Foto: Oliver Dietze

Fluglotsen in Leipzig geben seit heute die Anweisungen für Starts und Landungen an dem Flughafen im Saarland, wie ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte. Sie nutzen dazu Video- und Infrarotkameras im rund 440 Kilometer entfernten Saarbrücken.

Bei der Sicherheit gibt es nach DFS-Angaben keine Abstriche. Die Infrarottechnik gewähre den Lotsen nachts oder bei Nebel sogar bessere Sicht. Das System könne Bewegungen außerdem automatisch erkennen und verfolgen.

«Für kleinere Flughäfen ist das die Zukunft», sagte der DFS-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Flugsicherung erwartet, dass sie durch das System ihr Personal effizienter und flexibler einsetzen kann. Das soll Kosten senken und die Produktivität erhöhen.

Im nächsten Jahr soll Erfurt angeschlossen werden, dann Dresden. Dann würden die drei kleinsten internationalen Flughäfen Deutschlands ferngesteuert.

Der Flughafen Saarbrücken zählte im vergangenen Jahr rund 400.000 Passagiere bei knapp 11.000 Starts und Landungen. Nach Angaben der DFS ist es der weltweit größte Flughafen, der im täglichen Betrieb fernüberwacht wird.

Der Start des Konzepts «Remote Tower Control» war lange vorbereitet worden, die Kameratests begannen vor vier Jahren. Im Tower in Saarbrücken bleibt nach DFS-Angaben noch vier Wochen ein Lotse, um bei Problemen mit dem neuen System einzugreifen. Dann bleibe die Kanzel leer. Zehn Saarbrücker Lotsen seien nach Leipzig gewechselt, zwei in die Altersteilzeit.

Das Bundesunternehmen Deutsche Flugsicherung hat das System mit dem österreichischen Technikanbieter Frequentis AG entwickelt. Ihr Gemeinschaftsunternehmen Frequentis DFS Aerosense soll die Fernsteuerung weltweit vermarkten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt