weather-image
21°

Kerosin- und Ticketpreise

Lufthansa mit deutlichem Verlust

Frankfurt/Main (dpa) - Niedrigere Ticketpreise haben den Lufthansa-Konzern zu Jahresbeginn mit in die Verlustzone gedrückt. 

veröffentlicht am 16.04.2019 um 11:34 Uhr
aktualisiert am 16.04.2019 um 16:53 Uhr

Die Fluggesellschaft Lufthansa hat im ersten Quartal 2019 belastet von hohen Treibstoffkosten und Überkapazitäten hohe Verluste eingefahren. Foto: Britta Pedersen

Neben den stark gestiegenen Kerosinkosten war der Preiskampf an Europas Himmel ein wichtiger Grund dafür, dass der Dax-Konzern am Montagabend einen überraschend hohen operativen Quartalsverlust von 336 Millionen Euro (bereinigtes Ebit) vorlegen musste. Vor einem Jahr hatte der Dax-Konzern in dem saisonal schwierigen Startquartal noch 52 Millionen Euro verdient. Mehr als die Hälfte der Differenz entfiel mit 202 Millionen Euro Mehrkosten auf den Kerosin-Posten.

An der Börse kamen die Zahlen schlecht an. Nach Handelsstart in Frankfurt sackte der Kurs der Lufthansa-Aktie am Dienstag um gut 4 Prozent ab, konnte das Minus aber dann auf 2 Prozent eindämmen. Der operative Quartalsverlust sei noch höher ausgefallen als selbst die größten Pessimisten unter den Experten erwartet hätten, schrieb Analyst Michael Kuhn von der französischen Bank Société Générale. Dabei hatte der Lufthansa-Konzern mit einem um 3 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz sogar ein größeres Rad gedreht.

Vor einem Jahr hatte die Lufthansa noch zu den Haupt-Profiteuren der Air-Berlin-Pleite gehört. Wegen des fehlenden Konkurrenz-Angebots konnten damals besonders hohe Durchschnittspreise durchgesetzt werden. In der Zwischenzeit wurde die Lücke von den verschiedenen Gesellschaften geschlossen und rasant zu einem Überangebot ausgebaut, was wiederum zu sinkenden Preisen geführt hat.

Bei den Netzwerk-Airlines des Konzerns - Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines - gingen die Durchschnittserlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um 5,2 Prozent zurück. Bei der Billigtochter Eurowings, die vor allem auf den umkämpften Europastrecken unterwegs ist, belief sich der Rückgang sogar auf 8,5 Prozent.

Geht es nach dem Lufthansa-Vorstand, soll sich die Entwicklung jedoch schon im angelaufenen zweiten Quartal deutlich drehen. «Da sich das Wachstum im europäischen Luftverkehr auch insgesamt reduzieren wird, rechnen wir wieder mit einem Anstieg der Stückerlöse», sagte Finanzchef Ulrik Svensson. «Dazu trägt auch die weiterhin gute Nachfrage auf Langstreckenflügen insbesondere nach Nordamerika und Asien bei.» Hier hat beispielsweise mit der isländischen «Wow Air» ein Preisbrecher Ende März den Flugbetrieb eingestellt.

Finanzchef Svensson will an seiner weit gefächerten Gewinnprognose für 2019 keine Abstriche machen. «Wir sehen für das kommende Quartal eine gute Buchungslage. Zugleich haben wir unser Wachstum deutlich reduziert.» In den kommenden Monaten rechne er wieder mit einem Anstieg der Ticketpreise. Insgesamt will der Konzern sein Angebot in diesem Jahr nur noch um 3 Prozent ausbauen.

Die Prognose nennt eine bereinigte Ebit-Marge als Kennzahl, aus der sich beim bislang geplanten Umsatzplus von 5 Prozent ein operativer Gewinn zwischen 2,4 und 3,0 Milliarden Euro errechnen lässt. Damit würde die Lufthansa trotz mehr Flügen und höherer Erlöse eher weniger verdienen als 2018. Da hatte sie ein bereinigtes Ebit von 2,8 Milliarden Euro erreicht und ihren Rekord von knapp 3 Milliarden Euro von 2017 um vier Prozent nur knapp verfehlt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?