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«CityAirbus» vorgestellt

Kritik an Scheuers Engagement für Lufttaxis in Städten

Ingolstadt (dpa) - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will schnell rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von Lufttaxis in Deutschland schaffen.

veröffentlicht am 11.03.2019 um 17:16 Uhr
aktualisiert am 12.03.2019 um 11:11 Uhr

Andreas Scheuer steht vor einem Flugtaxi. Foto: Armin Weigel

In seinem Ministerium werde schon über Flugrouten zum Münchner Airport diskutiert, sagte Scheuer am Montag bei der Vorstellung des ersten Lufttaxi-Modells von Airbus in Ingolstadt. Die Gesetze dürften nicht erst geschaffen werden, wenn die Ingenieure die Fluggeräte fertig entwickelt haben. Beides müsse zeitgleich passieren. Kritiker forderten hingegen, dass sich Scheuer zunächst um die aktuellen Verkehrsprobleme kümmern sollte.

In der Nähe von Ingolstadt soll der «CityAirbus» in wenigen Monaten auf einem Testgelände erste Probeflüge machen. Flüge über bewohntem Gebiet sind noch nicht erlaubt. Ingolstadt ist eine europäische Modellregion zur Erprobung von Passagierdrohnen. Das Airbus-Modell hat vier Sitzplätze, kann ohne Pilot fliegen und wird elektrisch angetrieben. In Zukunft soll es feste Routen beispielsweise von Innenstädten zu Flughäfen geben.

«Flugtaxis sind kein Ersatz für Busse und Bahnen», sagte Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU). Sie seien vielmehr als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs zu sehen.

Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband hält Flugtaxis noch über Jahrzehnte für unrealisierbar und ein reines Luxus-Angebot. «Es wird ein Beförderungsmittel für die Begüterten sein, für den Milliardär, der mit dem Privatjet zum Flughafen fliegt und sich von dort mit einem Flugtaxi auf das Dach seines Hotels in der Innenstadt fliegen lässt», sagte Verbandsgeschäftsführer Thomas Grätz der «Rheinischen Post» (Dienstag). Dass Flugtaxis ein normales Transportmittel werden, werde er nicht mehr erleben.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) meinte, Scheuer sollte die bestehenden Probleme des aktuellen Verkehrs in den Städten angehen statt «den Traum vom Flugtaxi als Alltagsmobilität» zu transportieren. Der Verkehrsminister sollte sich ähnlich engagiert um die Situation von Radfahrern und Fußgängern kümmern. Jörg Cezanne, Verkehrsexperte der Linken-Fraktion im Bundestag, forderte ebenfalls eine Förderung des öffentlichen Verkehrs statt die «Legalisierung einer unausgegorenen Technologie».



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