weather-image
23°

Digitale Finanzgeschäfte

Investitionen in Finanz-Start-ups mehr als verdoppelt

Frankfurt/Main (dpa) - Deutsche Finanz-Start-ups haben zum Jahresauftakt Geld in Rekordhöhe für ihre digitalen Geschäfte eingesammelt. Im ersten Quartal warben die Firmen von Investoren 686 Millionen Euro ein und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor (325 Mio Euro).

veröffentlicht am 02.04.2019 um 11:29 Uhr
aktualisiert am 03.04.2019 um 10:51 Uhr

Ein Pfeil zeigt auf einer Konferenz den Weg zur Bühne für Start-ups. Zum Jahresbeginn haben deutsche Finanz-Start-ups Geld in Rekordhöhe eingesammelt. Foto: Jens Kalaene/ZB

Das zeigen Zahlen der Beratungsfirma Barkow Consulting, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Demnach steckten Investoren von Januar bis März rund 77 Prozent mehr Geld in Finanz-Start-ups («Fintechs») als im bisherigen Rekord-Zeitraum, dem Schlussquartal 2018. Die Summe von 686 Millionen Euro entspreche mehr als der Hälfte der eingesammelten Gelder im gesamten Vorjahr, sagte Geschäftsführer Peter Barkow.

Finanz-Start-ups haben sich mit digitalen Geschäftsmodellen neben klassischen Banken etabliert. Mit ihrer Innovationskraft machen sie den Geldhäusern teils Konkurrenz, teils arbeiten sie mit ihnen zusammen. 2018 hatten Finanz-Start-ups hierzulande erstmals mehr als eine Milliarde Euro Wagniskapital eingesammelt. Unternehmen und Wagniskapitalfonds geben den Gründern Geld in der Hoffnung, dass sich ihre Ideen durchsetzen und ihnen hohe Gewinne einbringen.

Zum starken Jahresauftakt trugen üppige Geldspritzen in boomende Fintechs bei, während zugleich die Zahl der Deals um fast ein Drittel auf 26 einbrach. Damit zeigte sich abermals, dass sich das Geld von Investoren auf die wenigen erfolgreichen Start-ups am Markt konzentriert. So warb die Berliner Online-Bank N26 im Januar alleine rund 260 Millionen Euro von Fonds ein. In das Geldhaus, das mit komfortablen Geschäften per Smartphone wirbt, hatte 2018 schon der Versicherer Allianz investiert. N26 gilt als erstes Fintech-Einhorn in Deutschland, also als Start-up-Unternehmen, das mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wird.

Hohe Summen flossen zudem an den Autoversicherer Friday, der Policen je nach gefahrenen Kilometern bepreist (114 Millionen Euro) sowie das Versicherungs-Start-up Wefox (110 Mio), das unter anderem den Abschluss von Hausrats- und Haftpflichtversicherungen per App in minutenschnelle anbietet. Ferner steckte eine Investorengruppe rund um den US-Zahldienst Paypal 100 Millionen Euro in die Berlin Firma Raisin, die Anlegern über das Portal «Weltsparen» Tages- und Festgelder bei Banken im Ausland vermittelt. Sie versprechen etwas höhere Zinsen als inländische Institute.

Der globale Trend zu immer größeren Geldspritzen schlage sich auch in Deutschland nieder, sagte Barkow. «Deutsche Finanz-Start-ups haben aufgeholt und kommen an große Summen.» Jedoch lasse sich der starke Jahresauftakt nicht für das Gesamtjahr fortschreiben. Zudem sei in der Finanzierung von Start-ups auffällig, dass zwar deutsche Konzerne bei den Deals mitmischten, aber keine Wagniskapitalfonds: Dort dominierten Amerikaner. «Deutsche Adressen waren hier nicht dabei.»



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?