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Umstellung auf Elektroautos

«HB»: VW Pkw plant Sparprogramm und Abbau von 5000 Stellen

Wolfsburg (dpa) - Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw plant einem Zeitungsbericht zufolge ein neues milliardenschweres Sparprogramm mit dem zusätzlichen Abbau von rund 5000 Arbeitsplätzen.

veröffentlicht am 08.03.2019 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 09.03.2019 um 10:51 Uhr

Endmontage im VW-Werk Wolfsburg. Ein Mitarbeiter montiert ein VW Logo an die Front eines VW Tiguan. Foto: Julian Stratenschulte

Der Vorstand um VW-Chef Herbert Diess wolle von 2023 an über zusätzliche Effizienzmaßnahmen 5,9 Milliarden Euro jährlich einsparen, berichtete das «Handelsblatt» am Freitag unter Berufung auf Informationen aus dem Konzern. Grund sei die Umstellung auf Elektroautos, für die das Unternehmen mehr Geld benötige. Dafür könnten bis dahin 5000 Jobs in der Verwaltung wegfallen, womöglich werde es aber nötig, gar 7000 Stellen zu streichen.

Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Jahrespressekonferenz der Marke am Mittwoch. Vom Betriebsrat hieß es, weitere Stellenstreichungen seien pure Spekulation.

Die Marke Volkswagen hatte mit dem Betriebsrat bereits 2016 ein «Zukunftspakt» genanntes Sparpaket verabredet, das die Kosten bis 2020 um 3,7 Milliarden Euro senken soll. Weltweit hatte die Marke dafür die Streichung von 30 000 Stellen beschlossen, 23 000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollten in Zukunftsbereichen Tausende neue Jobs entstehen. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte zuletzt betont, die bestehenden Vereinbarungen reichten aus, um künftige Aufgaben schultern zu können.

Dass die Marke dennoch mehr sparen muss, hatte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter noch Anfang Dezember deutlich gemacht. Er sah auch Spielraum, über Altersteilzeit und Fluktuation weitere Stellen zu kürzen. Ähnlich hatte sich damals Personalvorstand Gunnar Kilian geäußert. In den nächsten Jahren würden «ohnehin viele Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge» aus dem Arbeitsleben ausscheiden. «Das bietet uns die Möglichkeit, frei werdende Stellen nicht neu zu besetzen. Zudem bieten wir Altersteilzeit an», hatte Kilian damals gesagt. So könnten die Beschäftigung gesichert und zugleich die Produktivität gesteigert werden. Einen «Zukunftspakt II» hatte der Personalvorstand damals aber ausgeschlossen.

Aktuell liegt dem Unternehmen der neue Abgas- und Verbrauchsprüftest WLTP schwer im Magen. Nach Informationen des «Spiegel» hat die Marke im vergangenen Jahr ihr Renditeziel verfehlt. Den Anteil des um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern am Umsatz peilte Marken-Finanzchef Arno Antlitz zuletzt am unteren Ende der Prognosespanne von 4 bis 5 Prozent an - laut dem Magazin waren es aber letztlich nur 3,8 Prozent.

VW-Betriebsratschef Osterloh kritisierte, allein das «mangelhafte Management» des neuen Abgastestverfahrens WLTP habe den Konzern im vergangenen Jahr «mindestens eine Milliarde Euro» gekostet. «Das ist der Belegschaft, die den Wandel nicht nur erlebt, sondern aktiv gestaltet, nicht zu vermitteln», sagte Osterloh der «Braunschweiger Zeitung». Er forderte personelle Konsequenzen: «Es kann nicht sein, dass hier Milliarden versenkt werden und das bleibt ohne Folgen.»

In den kommenden Jahren will Volkswagen vor allem wegen schärferer EU-Vorschriften beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) auf Elektroautos setzen. Die sind im Motorenbau einfacher und benötigen nicht mehr so viel Arbeitskraft - werfen zunächst aber weniger Gewinn ab, weil die Mehrkosten für teure Komponenten wie Batterien wohl nicht voll auf die Kunden umgelegt werden können. 2022 bereits will die lange Zeit chronisch ertragsschwache Kernmarke die operative Marge aber auf mehr als 6 Prozent steigern.

Die VW-Vorzugsaktie lag im Dax am Freitagmittag deutlich im Minus. Schwache Konjunkturdaten zum chinesischen Außenhandel sowie ein erneut schlechter Autoabsatz im Februar drückten auf die Anlegerstimmung. China ist für die deutschen Autobauer der wichtigste Einzelmarkt, die Unsicherheiten rund um den US-chinesischen Zollstreit belasten seit Monaten die Geschäftsaussichten der Konzerne.



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