weather-image
22°

Volkswagen, Daimler und BMW

Deutsche Autobauer setzen auf schnelle Erholung in China

Shanghai (dpa) - Die deutschen Autobauer setzen nach einer Schwächephase in China auf eine Erholung ihres wichtigsten Absatzmarktes. Man sei «vorsichtig optimistisch», sagte der angehende Daimler-Konzernchef Ola Källenius am Dienstag auf der Automesse in Shanghai.

veröffentlicht am 16.04.2019 um 09:18 Uhr
aktualisiert am 16.04.2019 um 12:52 Uhr

Ein Autotransportzug mit deutschen Neuwagen auf einem Gleis im Rangierbahnhof Seelze. Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren einen Rückgang verzeichnet. Foto: Raphael Knipping

Nach Wachstum im ersten Quartal rechne der Konzern auch für das Gesamtjahr mit Zuwächsen. Ähnlich äußerte sich BMW-Finanzchef Nicolas Peter. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China werde das Unternehmen trotz der aktuellen Marktschwäche mehr Autos verkaufen. «Wir werden zwischen fünf und zehn Prozent in diesem stagnierenden Markt wachsen und damit Segmentanteile gewinnen», sagte Peter.

«Wir haben leichte Signale, dass sich die Bedingungen am chinesischen Markt in den kommenden Wochen, vielleicht schon im Mai, entspannen könnten», hatte Volkswagen-China-Chef Stephan Wöllenstein bereits am Montag im Vorfeld der Messe gesagt. VW ist als Hersteller von kleinen und mittleren Fahrzeugen am stärksten von der derzeitigen Kaufzurückhaltung in China betroffen.

Im vergangenen Jahr hatte der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit mehr als zwanzig Jahren einen Rückgang verzeichnet. Vor allem der Zollstreit zwischen den USA und China verunsicherte Verbraucher und ließ sie beim Kauf zögern. Zudem warteten Kunden zuletzt auch auf eine angekündigte Mehrwertsteuersenkung zum 1. April, und die nicht mehr so rasant wachsende chinesische Konjunktur dämpfte die Kauflust. Im März gingen die Verkäufe an Privatkunden im Land im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwölf Prozent auf 1,78 Millionen Wagen zurück - es war der zehnte Rückgang in Folge.

Anzeichen einer Entspannung sind nach Einschätzung von BMW-Finanzchef Peter auch im Zollstreit zwischen den USA und China zu erkennen: «Unser Eindruck ist auch, da könnte eine Lösung in den kommenden Wochen oder Monaten kommen.» Im vergangenen Jahr hatten zwischenzeitlich erhobene Sonderzölle auf Autos aus US-Produktion den Dax-Konzern mit 270 Millionen Euro belastet. BMW importiert vor allem SUVs der X-Modellreihe aus den USA nach China.

«Immer, wenn die Steuern für Verbraucher nach unten gehen, ist das grundsätzlich positiv», kommentierte Källenius am Dienstag das neue chinesische Konjunkturprogramm. Die genauen Auswirkungen seien aber schwer vorherzusagen. Langfristig werde das Wachstum in China sicher wieder anziehen. Mit steigendem Wohlstand könnten sich mehr und mehr Chinesen Autos im Luxus- und Premium-Segment leisten.

Die «Auto China», die jedes Jahr im Wechsel in Shanghai und Peking stattfindet, zählt zu den weltweit wichtigsten Ausstellungen der Branche. Im Zentrum steht auch in diesem Jahr die Elektromobilität. China gilt als Vorreiter bei E-Autos. Die deutschen Konzerne müssen in den kommenden Jahren viel Geld in die Hand nehmen, um aufzuholen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?