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Börse in Frankfurt

Dax im Sog der Zollstreit-Spirale

Frankfurt/Main (dpa) - Der sich hochschaukelnde Zollstreit zwischen den USA und China hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt den Wochenstart verhagelt. Für den Dax, der bereits vergangene Woche knapp 3 Prozent eingebüßt hatte, ging es am Montag um 1,52 Prozent auf 11.876,65 Punkte abwärts.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 18:29 Uhr
aktualisiert am 14.05.2019 um 09:42 Uhr

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Die erhoffte Einigung im Handelsstreit werde nun wieder ausgepreist, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Der MDax verlor 1,77 Prozent auf 25.037,18 Punkte.

Der vorsichtige Optimismus, den die USA und China am Freitag nach der jüngsten Gesprächsrunde zunächst an die Wall Street getragen hatten, ist also wieder verflogen. US-Präsident Donald Trump gab China am Montag erneut die Schuld an der Eskalation. Zuvor hatte er bereits mit neuen Sonderzöllen gedroht, sofern eine Annäherung ausbleibe.

China schlug unterdessen zurück: Ab 1. Juni sollen bestehende Zölle auf amerikanische Waren erhöht werden. Knapp 2500 US-Produkte sollen demnach mit 25 Prozent Importzoll belegt werden.

An der Frankfurter Börse zogen die Anleger vor allem bei konjunkturempfindlichen Branchen die Notbremse. So mangelte es wegen der Unsicherheit um den Zollstreit am Interesse an Aktien aus der Autobranche: Continental verloren 4,38 Prozent und Daimler 3,28 Prozent.

Abgeschlagenes Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Thyssenkrupp mit einer Gegenreaktion auf ihr jüngstes Kursfeuerwerk. Nach dem fast 30-prozentigen Kurssprung vom Freitag fielen die Papiere des Industriekonzerns um 8,68 Prozent zurück.

Bei den zyklischen Techwerten verstärkte sich am Nachmittag im Zuge einer sehr schwachen New Yorker Nasdaq-Börse der Abwärtsdruck. Infineon verloren als zweitschwächster Dax-Wert 4,66 Prozent. Im MDax sanken Dialog Semiconductor um 4,61 Prozent, und Siltronic brachen als Schlusslicht um 8,29 Prozent ein.

Relativen Zuspruch erhielten im schwachen Markt die als defensiv angesehenen Sektoren wie Immobilien oder Versorger. Vonovia waren an der Dax-Spitze mit plus 1,71 Prozent unter den wenigen Werten mit positivem Vorzeichen. Eon gewannen 0,42 Prozent. Der Energiekonzern hatte Resultate zum ersten Quartal vorgelegt. Diese seien etwas besser als erwartet gewesen, so der Tenor unter Analysten.

Außerdem bewegten aussagekräftige Analystenkommentare negativ die Kurse. Heidelberger Druck litten mit minus 5,81 Prozent darunter, dass HSBC-Analyst Richard Schramm die mittelfristigen Ziele außer Sichtweite empfindet. Bechtle ist für die Experten der Privatbank Metzler kein Kauf mehr. Analyst Holger Schmidt machte sich in seiner Studie Sorgen um die sinkende Profitabilität des IT-Systemhauses, dessen Aktien um 2,09 Prozent absackten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,20 Prozent auf 3320,78 Punkte. Kräftig im Minus schloss auch der Cac 40 an der Pariser Börse. Der Londoner FTSE 100 gab ebenfalls nach, wenn auch nicht so deutlich wie die anderen europäischen Leitindizes. In New York zeigte der Leitindex Dow Jones Industrial eine deutliche Gegenreaktion auf seine spät erzielten Freitagsgewinne: Er lag zum europäischen Handelsschluss mit 2,2 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,11 Prozent am Freitag auf minus 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 143,23 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,30 Prozent auf 166,55 Punkte zu.

Der Euro kostete zuletzt 1,1230 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1245 (Freitag: 1,1230) US-Dollar festgesetzt, womit der Dollar 0,8893 (0,8905) Euro gekostet hatte.



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