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Nach den Feiertagen starten die Hausärzte

Wie in Niedersachsen rund um Ostern geimpft wird

Die Ansage der niedersächsischen Landesregierung an die Kommunen war klar: Auch an den Osterfeiertagen soll weiter gegen Covid-19 geimpft werden. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig, denn noch immer steht weniger Corona-Impfstoff zur Verfügung als erhofft.

veröffentlicht am 02.04.2021 um 18:00 Uhr

Wird über Ostern weiter geimpft? 

Für viele Impfzentren in Niedersachsen gilt: Nein, es wird eine unfreiwillige Osterruhe geben. Das hat eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Kommunen ergeben. So finden von Karfreitag bis Ostermontag in Wolfsburg, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Göttingen, Herzberg und Brake überhaupt keine Impfungen in den Impfzentren statt. Der Landkreis Lüneburg impft nur an Karfreitag. Die Stadt Salzgitter, mit einer Inzidenz von 280 stark betroffen, macht dagegen nur an Ostersonntag eine Pause. Mobile Teams aus Herzberg impfen zudem am Samstag in temporären Impfzentren in Bad Sachsa und Bad Grund. Der Corona-Krisenstab des Landes hatte zuletzt erklärt, gut ein Dutzend Impfzentren lasse den Betrieb über Ostern ruhen. Grund sei, dass es nicht genügend Impfstoff gebe. In Hameln-Pyrmont soll das Impfzentrum des Landkreises am Reimerdeskamp in Hameln am Ostermontag geöffnet ein. An Samstagen werde generell „bei Bedarf“ zusätzlich geimpft.

Wie viel Impfstoff wird geliefert?

Der Bund hat angekündigt, dass Niedersachsen im April 215 000 Impfdosen pro Woche erhalten werde - «höchstwahrscheinlich», heißt es vom Land. Allerdings ist unklar, wann genau die Lieferungen kommen. Die Impfzentren können daher nur bis Ende April sicher planen, teils auch nur bis Mitte April. «Natürlich wäre es für alle Seiten sehr wünschenswert, wenn wir genau wüssten für die nächsten sechs, acht Wochen, wann kommt welcher Impfstoff. Das wissen wir leider nicht», sagte die Vize-Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, Anfang der Woche. Klar ist aber: Der Großteil des Impfstoffs soll von Biontech/Pfizer kommen, gefolgt von Astrazeneca und Moderna. Im Laufe des zweiten Quartals wird zudem Johnson & Johnson als vierter Impfstofflieferant erwartet - mit bundesweit zehn Millionen Dosen bis Ende Juni.

Wie geht es mit Astrazeneca weiter?

Der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) folgend erhalten auch in Niedersachsen nur noch Menschen ab 61 Jahren den Impfstoff von Astrazeneca. Rund 38 000 Menschen, die jünger sind, aber schon die Astrazeneca-Erstimpfung erhalten haben, stehen daher jetzt zwischen den Stühlen. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) dringt auf eine schnelle Entscheidung der Stiko, wie in diesem Fall zu verfahren ist. Noch nicht ganz klar ist auch, was mit den unter 61-Jährigen passiert, die in nächster Zeit einen Termin für die Erstimpfung mit Astrazeneca gehabt hätten. Behrens hofft, dass die meisten ersatzweise mit Biontech/Pfizer geimpft werden können, damit die Verzögerung nicht allzu groß ist. Dass das Präparat von Astrazeneca nun liegenbleiben könnte, erwartet das Ministerium übrigens nicht.

Wann können die Hausärzte im großen Stil impfen?

Nach Ostern soll das Impfangebot in den Arztpraxen schrittweise ausgebaut werden - der Umfang ist aber noch überschaubar. Zunächst sind pro Praxis 20 Impfdosen pro Woche für bettlägerige Menschen eingeplant. In Hamelner Praxen standen die Telefone schon vor dem Osterwochenende nicht mehr still. Für die zwei Wochen nach Ostern gebe es zunächst eine gedeckelte Anzahl von 48 Biontech-Impfdosen pro Praxis, sagte Dr. Axel Rojczyk, Internist und Vorsitzender des Hamelner Ärztevereins. 

Welches Ziel hat sich die Landesregierung gesetzt?

Ministerpräsident Stephan Weil hatte im Landtag angekündigt: «Im Sommer sollen alle Menschen geimpft sein, die geimpft werden wollen.» Wenn die Mehrheit der Bevölkerung geimpft sei, sei das ein Durchbruch, «dann sollten wir diese scheinbar unendliche Krise im Griff haben», sagte der SPD-Politiker vergangenen Freitag. Zurückhaltender äußerte sich seither die Gesundheitsministerin. Mitte Juni könnte mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Niedersachsen zumindest einmal geimpft sein, und im Herbst werde es dann «eine sehr gute Durchimpfungsquote» geben, sagte Behrens Anfang der Woche - also noch vor dem erneuten Rückschlag bei den Astrazeneca-Impfungen.

Wie schneidet Niedersachsen im Vergleich ab?

Nach dem holprigen Start der Impfkampagne hat das Tempo spürbar angezogen. Um die 35 000 Impfungen pro Werktag finden mittlerweile in Niedersachsen statt - etwa doppelt so viele wie vor einem Monat. Der Impffortschritt entspricht mit 11,2 Prozent der Bevölkerung bei den Erstimpfungen und 5,0 Prozent bei den Zweitimpfungen fast exakt dem bundesweiten Durchschnitt. Etwa drei Viertel der Impfungen wurden mit dem Präparat von Biontech/Pfizer durchgeführt.

dpa/fh/doro



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