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Nachrichtenagentur Efe

Kuba entzieht spanischen Journalisten die Akkreditierung

Die spanische Nachrichtenagentur Efe hatte ein Interview mit dem Anführer oppositioneller Proteste in Kuba veröffentlicht. Als Reaktion wurde den Journalisten nun die Akkreditierung entzogen.

veröffentlicht am 15.11.2021 um 00:52 Uhr

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Kurz vor neuen Protesten der Opposition auf Kuba hat die sozialistische Regierung allen Journalisten der spanischen Nachrichtenagentur Efe die Akkreditierung entzogen.

Es sei das erste Mal, dass die Arbeit einer ganzen Nachrichtenagentur auf der Karibik-Insel blockiert werde, schrieb der Efe-Bürochef in Havanna, Atahualpa Amerise, am Sonntag auf Twitter.

Für diesen Montag plant die Opposition neue Proteste, obwohl die Regierung solche Kundgebungen verboten hat.

Nach Amerises Angaben wurden die fünf Efe-Journalisten am Samstag vom Leiter des Internationalen Pressezentrums vorgeladen. Dann wurde ihnen die Erlaubnis entzogen, auf Kuba als Journalisten zu arbeiten, wie die spanische Nachrichtenagentur Europa Press meldete. Offen sei, ob es sich um ein vorübergehendes oder dauerhaftes Verbot handle. Zwei bekamen ihre Akkreditierungen nach Verhandlungen wieder, wie Amerise auf Twitter schrieb.

Efe veröffentlichte Interview mit Protest-Anführer

Efe hatte vor einigen Tagen ein Interview mit einem Anführer des für illegal erklärten Oppositionsmarschs veröffentlicht, dem Dramatiker Yunior García Aguilera. Kubanische Sicherheitskräfte umstellten am Sonntag das Haus Garcías, wie der Theaterautor in sozialen Medien mitteilte - kurz bevor er alleine mit weißer Rose in Havanna demonstrieren wollte.

Efe-Präsidentin Gabriela Cañas hatte die kubanische Regierung aufgerufen, ihre Entscheidung zu «überdenken». «Die Agentur Efe ist ein objektives und verantwortungsvolles Medium, das seit mehr als 40 Jahren über die Insel berichtet und die Gründe für diese Maßnahme nicht versteht», wurde sie von Europa Press zitiert.

Amnesty International und EU üben Kritik

Auch Amnesty International und die Europäische Union kritisierten die Entscheidung. Ein Sprecher des Auswärtigen Dienstes in Brüssel teilte am Sonntagabend mit, die EU fordere die kubanischen Behörden auf, die Meinungs- und Pressefreiheit zu gewährleisten und den Efe-Mitarbeitern alle für deren Arbeit erforderlichen Dokumente zurückzugeben. Auslandskorrespondenten leisteten einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Offenheit von Gesellschaften.

Am 11. Juli war es in Kuba spontan zu den größten Massenprotesten seit Jahrzehnten gekommen. Demonstriert wurde für mehr Freiheit und gegen Misswirtschaft. Es gab Hunderte Festnahmen.



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