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Konflikt im Südkaukasus

Kämpfe in Berg-Karabach: Aserbaidschan erobert weitere Orte

Feuergefechte, zerstörte Dörfer, viele Tote: Der blutige Konflikt um die zwischen Armenien und Aserbaidschan umstrittene Region Berg-Karabach geht ungeachtet vereinbarter Feuerpausen weiter.

veröffentlicht am 07.11.2020 um 15:36 Uhr

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Das aserbaidschanische Militär hat im Kampf um die Südkaukasusregion Berg-Karabach nach Angaben von Präsident Ilham Aliyev weitere 16 Orte unter seine Kontrolle gebracht. «Karabach ist Aserbaidschan!», schrieb Aliyev am Samstag bei Twitter.

Seit Beginn der Militäroperation stieg die Zahl der zurückeroberten Gebiete nach aserbaidschanischen Angaben auf mehr als 200 Ortschaften. Die Behörden in Berg-Karabach und Armenien bestätigten das nicht. Sie räumten lediglich kleinere und unbedeutende Gebietsverluste ein. Eine Überprüfung von unabhängiger Stelle ist nicht möglich.

Die Kämpfe gingen ungeachtet der zuletzt vereinbarten Feuerpausen nach Angaben aus Berg-Karabach entlang der gesamten Frontlinie mit vollem Einsatz weiter. Am stärksten betroffen sei die strategisch wichtige Region um die Stadt Schuschi, die von aserbaidschanischen Truppen beschossen worden sei. Die Attacken seien erfolgreich abgewehrt, dem Gegner schwere Verluste zugefügt worden, hieß es.

Die Behörden in Berg-Karabach sprachen zuletzt von mehr als 1100 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen. Aserbaidschan macht wegen der Zensurbestimmungen während des verhängten Kriegsrechts keine Angaben zu Verlusten beim Militär. Es gab lediglich die Zahl getöteter Zivilisten mit 92 an. In Berg-Karabach und Armenien war von mehr als 50 Opfern in der Bevölkerung die Rede.

Der Konflikt ist schon jahrzehntealt. Aserbaidschan verlor in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern, die meisten sind christliche Karabach-Armenier. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Die Region wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan, das sich in dem Konflikt auf seinen «Bruderstaat» Türkei stützen kann. Russland gilt als Schutzmacht Armeniens.



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