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Umweltschutz

Demonstrationen für beherztere Klimapolitik in Frankreich

Tausende Menschen sind in Frankreich für eine ambitioniertere Klimapolitik auf die Straßen gegangen. Ein geplantes Gesetz geht den Demonstranten nicht weit genug.

veröffentlicht am 28.03.2021 um 20:58 Uhr

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In Frankreich haben in zahlreichen Städten Menschen für eine beherztere Klimapolitik protestiert. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich 44.000 Menschen an den Demonstrationen, allein in Paris sollen es 12.000 gewesen sein.

Die Veranstalter hatten nach eigenen Angaben landesweit knapp 190 Versammlungen angemeldet. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, gaben sie die Zahl der Demonstranten mit 110.000 an. Die Organisatoren werfen der Regierung vor, im Kampf gegen den Klimawandel nicht ambitioniert genug voranzuschreiten und fordern ein «echtes Klimagesetz». Am Montag will sich die französische Nationalversammlung mit dem geplanten Klimagesetz beschäftigen. Die Regierung hatte es Anfang Februar auf den Weg gebracht.

Das Gesetz sieht unter anderem das Verbot bestimmter Kurzstreckenflüge in Frankreich vor, wenn die Fahrtzeit per Zug nicht länger als zweieinhalb Stunden dauert. Er soll außerdem die rechtliche Grundlage für ein Verbot beheizter Außenterrassen etwa in Restaurants, eine bessere Isolierung von Gebäuden oder weitere Beschränkungen für umweltschädliche Autos in Städten regeln.

Kritik an dem Vorhaben gab es bereits reichlich. Ein Expertenrat für Klima monierte, dass Maßnahmen nur punktuell angewendet werden sollten und der vorgesehene Zeitplan ein Aufholen des Verzugs beim Senken von Emissionen nicht ermögliche. Organisationen hatten zudem bemängelt, dass Anreize gesetzt würden, so ein staatliches Eingreifen notwendig sei. Auch ein Konvent aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, die Lösungsvorschläge in Klimafragen erarbeitet hatten, zeigte sich enttäuscht.



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