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Militanz nimmt zu

Verfassungsschutz: Rechte Kampfsportler proben Straßenkampf

Berlin (dpa) - Immer mehr Neonazis trainieren nach Erkenntnissen der Verfassungsschutzämter gezielt für den Straßenkampf mit ihren Gegnern vor allem aus dem linken Spektrum.

veröffentlicht am 10.03.2019 um 14:20 Uhr
aktualisiert am 10.03.2019 um 17:53 Uhr

In den vergangenen Jahren haben sich Verfassungsschutz zufolge vor allem in Ostdeutschland rechte Kampfsportgruppen etabliert, die sich bei Veranstaltungen wie dem «Kampf der Nibelungen» treffen. Foto: Thomas Frey

Der Rechtsextremismus-Experte im sächsischen Landesamt, Henry Krentz, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag), einzelne Gruppen bereiteten sich sogar auf einen Tag X vor, an dem sie den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung erwarteten und die Macht ergreifen wollten.

Seine Behörde beobachte «einen Trend hin zu einer konkreten Vorbereitung auf einen Straßenkampf». Krentz sprach von einer «zunehmenden Militanzbereitschaft» von Neonazi-Kampfsportlern. «Wir beobachten das sehr genau und warnen davor, das gezielte Training für Gewaltaktionen zu unterschätzen.»

Frank Nürnberger, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz in Brandenburg, sagte den Zeitungen: «Wir kennen die Kampfsportwettkämpfe seit vielen Jahren, doch wir registrieren als Verfassungsschutz eine zunehmende Bereitschaft in der rechtsextremistischen Szene, gezielt für gewalttätige Auseinandersetzungen etwa mit dem politischen Gegner zu trainieren.»

In den vergangenen Jahren haben sich dem Bericht zufolge vor allem in Ostdeutschland rechte Kampfsportgruppen etabliert. Zu Veranstaltungen wie dem «Kampf der Nibelungen» und dem «Tiwaz Festival» kamen demnach Hunderte Teilnehmer. Dort gebe es auch politische Reden und Konzerte.

Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes steigern die Wettbewerbe auch die Attraktivität der Szene für «Hooligans und Rocker». Zudem etabliere sich mit den Events eine «Erlebniswelt Rechtsextremismus», sagte eine Sprecherin den Funke-Zeitungen. Auch Rechtsextremismus-Forscher Robert Claus sieht Kampfsport, ebenso wie Rechtsrock und Hooliganismus, als ein tragendes Element einer «erlebnisorientierten» rechten Szene. Die Veranstaltungen dienten der Vernetzung, Finanzierung und Rekrutierung.



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