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Antrag auf Haftprüfung

Verdächtige von Chemnitz verlangen ihre Freilassung

Chemnitz (dpa) - Knapp drei Wochen nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-jährigen Deutschen in Chemnitz verlangen die beiden inhaftierten Tatverdächtigen ihre Freilassung.

veröffentlicht am 14.09.2018 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 18:25 Uhr

Blumen und Kerzen erinnern in Chemnitz an den getöteten 35-Jährigen. Foto: Hendrik Schmidt

Die beiden Asylbewerber haben über ihre Anwälte Anträge auf Prüfung ihrer Untersuchungshaft gestellt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, Ingrid Burghart, am Freitag sagte. Die Prüfungstermine beim Amtsgericht seien kommende Woche. Die Gewalttat hatte zu Demonstrationen und teils fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz geführt.

Der Strafverteidiger Ulrich Dost-Roxin, Anwalt eines 22 Jahre alten Beschuldigten, erklärte, dass sich ein Tatverdacht gegen seinen Mandaten nicht belegen lasse. Die Beweislast in dem Haftbefehl sei «gleich null». Der Mann bestreite, an der Attacke beteiligt gewesen zu sein. Er habe einige Meter abseits gestanden. Das belege auch eine Zeugenaussage. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Dost-Roxin erhob in einer Erklärung Vorwürfe gegen die sächsischen Behörden. Er habe «Grund zu der Annahme, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Amtsgericht Chemnitz wider besseres Wissen und somit vorsätzlich meinen Mandanten seiner Freiheit beraubten und noch berauben».

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte unmittelbar nach der Attacke Haftbefehle gegen den 22-Jährigen und einen 23-jährigen Mann beantragt. Sie sollen aus dem Irak und Syrien stammen, allerdings gibt es Zweifel an ihrer Identität. Nach einem weiteren 22 Jahre alten mutmaßlichen Iraker wird gefahndet. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen Totschlag.

Zum Hergang der tödlichen Attacke am Rande des Stadtfests machen die Behörden bislang keine genauen Angaben. Es soll einen Streit gegeben haben, der in den Messerstichen gipfelte. Ein weiterer Mann wurde mit einem Stich in den Rücken schwer verletzt.

Laut Dost-Roxin wurde die mutmaßliche Tatwaffe, ein größeres Klappmesser, von der Polizei gefunden. Daran seien Blutspuren des Getöteten und des Schwerverletzten gewesen. Fingerabdrücke oder andere verwertbare Spuren seines Mandanten seien an dem Messer dagegen nicht gefunden worden, sagte der Anwalt. Wegen der «prekären Sicherheitslage in Sachsen» beantragte der Anwalt überdies Personenschutz für seinen Mandanten für die Zeit nach dessen Freilassung.

Für diesen Freitagabend hat das rechtspopulistische Bündnis pro Chemnitz erneut zu einer Demonstration aufgerufen.



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