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Versuchter Totschlag

SEK-Einsatz in Sachsen: Bewaffneter nach Schießerei flüchtig

Dresden (dpa) - Ein bewaffneter und gesuchter Mann hat auf der Flucht vor der Polizei in Sachsen mit einem Auto einen Streifenwagen gerammt und auf Beamte geschossen.

veröffentlicht am 06.08.2017 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 07.08.2017 um 07:53 Uhr

Die Polizei sucht in Sachsen nach einem 43-Jährigen, der auf Polizisten geschossen hat. Foto: Friso Gentsch/Illustration

Der Vorfall ereignete sich am Samstag im Klipphausener Ortsteil Ullendorf bei Meißen. Seither ist der 43-Jährige aus Radebeul flüchtig. Bis Sonntagnachmittag konnte er nicht gefasst werden. Gegen den Mann, der der Behörde als Kleinkrimineller bekannt ist, lag bisher ein Haftbefehl vor, weil er Strafen nicht bezahlt hatte. «Jetzt wird wegen versuchten Totschlags ermittelt», sagte ein Polizeisprecher.

Die Suche mit Spezialkräften des Landeskriminalamts (LKA) und einem Hubschrauber wurde aber am Vorabend eingestellt. «Wir wissen derzeit nicht, wo der Mann sich aufhält.» Mögliche Aufenthaltsorte werden den Angaben nach geprüft. Hinweisen werde nachgegangen.

Ein Bürger hatte den Mann am Samstagmorgen auf einem Supermarkt-Parkplatz in seinem Wohnort entdeckt und die Polizei alarmiert. Als die Streife eintraf, war er verschwunden. Eine andere Streife spürte ihn später 30 Kilometer entfernt in Krögis auf. Er konnte aber erneut mit dem Auto entwischen. Als Beamte ihn im knapp zehn Kilometer entfernten Ort Ullendorf stoppen wollten, rammte er mit dem Wagen ein Polizeiauto und schoss auf sie. «Ob er scharf schoss oder mit einer Schreckschusswaffe, wissen wir nicht.»

Ein Polizist feuerte zurück und traf das Auto des Mannes, das kurz darauf stehenblieb. Der Mann rannte zu Fuß in ein ehemaliges Möbelhaus, Warnschüsse der Beamten und Aufforderungen stehenzubleiben, ignorierte er. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) des LKA umstellte das Areal und durchsuchte es - ohne Erfolg. An dem Einsatz waren mehrere Beamte beteiligt.

Das Auto des Mannes wurde sichergestellt und kriminaltechnisch untersucht. Wie sich der 43-Jährige unbemerkt aus dem Staub machen konnte, ist unklar. Die Polizei schließt eine potenzielle Gefahr für die Bevölkerung nicht aus. «Die Fahndung läuft», sagte der Sprecher.

Im Zuge der Ermittlungen durch die Kriminalpolizei werde routinemäßig auch der Schusswaffeneinsatz der Beamten geprüft, hieß es. Einen Zweifel an dessen Rechtmäßigkeit gebe es nicht. «Sie haben auf das Fahrzeug geschossen, nicht auf den Mann.»

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