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Solidarität mit Iwan Golunow

Hunderte bei Kundgebung in Moskau festgenommen

Moskau (dpa) - Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind Hunderte Menschen festgenommen worden. Darunter war auch Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie seine Sprecherin am Mittwoch über Twitter mitteilte.

veröffentlicht am 12.06.2019 um 18:33 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 07:12 Uhr

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die willkürlichen und oft brutalen Verhaftungen seien «ein Beispiel für die grausame Unterdrückung, die die Demonstranten erst auf die Straße brachte». Foto: Pavel Golovkin/AP

Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 1200 Menschen an der Kundgebung, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Unter den Festgenommenen sind auch Journalisten. Die Behörden sprachen am Nachmittag von mehr als 200 Festnahmen, das Bürgerrechtsportal «OWD-Info» wenig später von mehr als 420. Viele seien wenig später wieder auf freien Fuß gekommen.

Auf Bildern war zu sehen, wie Russlands führender Oppositioneller Nawalny von Polizisten in einen Polizeibus gezogen wurde. Er war in den vergangenen Jahren schon mehrfach festgenommen worden. Der Aktivist schrieb nach seiner Festnahme auf Twitter: «Es macht Sinn, die Machthaber sind höllisch erschrocken wegen der fantastischen und einmütigen Solidaritätsbekundung in der Golunow-Sache.» Ihm drohen seiner Sprecherin zufolge bis zu 30 Tage Haft.

Golunow hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt. Der Reporter war wegen eines mutmaßlichen Drogendelikts festgenommen worden. Allerdings stellte sich das Verfahren als inszeniert heraus. Der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew hatte ihn mangels Beweisen wieder auf freien fuß setzen lassen. Golunow hatte für sein Internetportal «Medusa» etwa enthüllt, wie Polizei und Geheimdienstler sich im Beerdigungsgeschäft bereicherten.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die willkürlichen und oft brutalen Verhaftungen seien «ein Beispiel für die grausame Unterdrückung, die die Demonstranten erst auf die Straße brachte». Die Menschenrechtskommissarin des Europarats rief die russischen Behörden auf, die festgenommenen Demonstranten wieder freizulassen. Russland müsse sich beim Umgang mit Protesten an Menschenrechtsstandards halten, erklärte Dunja Mijatovic.



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