weather-image
22°

Studie vor Europawahl

Europäer gespalten bei Haltung zur EU

Gütersloh (dpa) - Rund sieben Wochen vor der Europawahl stehen sich die europäischen Bürger einer Studie zufolge bei ihrer Haltung zur EU in zwei Lagern gegenüber.

veröffentlicht am 03.04.2019 um 14:43 Uhr
aktualisiert am 03.04.2019 um 17:23 Uhr

Für die Studie waren rund 11.700 EU-Bürger befragt worden. Foto: Jean-Francois Badias/AP

In Europa gebe es eine Kluft zwischen denjenigen, die den Zustand der Gesellschaft und ihre eigene ökonomische Lage zuversichtlich sehen und denen, die diese mit Sorge betrachten, heißt es in einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann Stiftung. Und diese unterschiedlichen Einstellungen könnten direkte Auswirkungen auf die Wahl des Europa-Parlaments im Mai haben, wie die Autoren der «Eupinions»-Untersuchung schreiben.

Denn die Zuversichtlichen und Verunsicherten hätten auch deutlich verschiedene Meinungen über die EU-Politik und zudem unterschiedliche parteipolitische Präferenzen. Konkret bedeute das: Verunsicherte Bürger äußerten tendenziell häufiger Sympathien für rechtspopulistische oder rechtsextreme Parteien wie Rassemblement National in Frankreich, AfD in Deutschland oder Lega in Italien. Sie seien eher unzufrieden mit den Weichenstellungen auf EU-Ebene, kritisierten die EU-Arbeitsweise und meinten, dass Brüssel und Straßburg Bürgeranliegen vernachlässigten.

Die zuversichtlich Eingestellten neigen dagegen laut Umfrage unter knapp 12.000 Bürgern eher zu Parteien der Mitte und zu pro-europäischen Parteien. Sie stellen der EU ein positiveres Zeugnis aus und sind über die Europapolitik auch besser informiert.

Die Deutschen heben sich dabei an einigen Punkten ab: So machen sich EU-weit 51 Prozent Sorgen um den Zustand der Gesellschaft, 35 Prozent um die eigene wirtschaftliche Situation. In Deutschland sind das «nur» 38 Prozent mit Blick auf die Gesellschaft und 27 Prozent hinsichtlich der eigenen Wirtschaftslage. Unter den großen EU-Ländern gehörten die Deutschen zu den Optimisten, die «noch relativ unbeeindruckt von Krisenausläufern der Globalisierung oder populistischen Strömungen» seien, betonte Mitautorin Isabell Hoffmann.

Und was erwarten sie von der EU-Politik? Bis auf die AfD-Anhänger sieht jeder Fünfte (21 Prozent) in Deutschland den Einsatz gegen den Klimawandel als wichtigste Herausforderung für die EU. Danach folgen «Frieden sichern» und «Terrorismus bekämpfen» als zentrale Aufgaben der EU-Politik. Und hierzulande wissen die Bürger vergleichsweise gut Bescheid über die Spitzenkandidaten sowie die Arbeit und Funktionsweisen der EU, schilderte Hoffmann.

Für die Studie waren im Dezember 2018 rund 11.700 EU-Bürger befragt worden. Auch für die größten Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande ist die Umfrage den Angaben zufolge repräsentativ. Eine Gemeinsamkeit verbinde die Lager aber doch: In beiden wollen etwa zwei Drittel der Bürger im Mai ihre Stimme abgeben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?