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Bekannte des terrorverdächtigen Syrers vor dem Haftrichter

veröffentlicht am 09.10.2016 um 10:27 Uhr

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Chemnitz (dpa) - Die drei als mögliche Komplizen festgenommenen Bekannten des terrorverdächtigen Syrers sollen heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gegen die syrischen Männer wird wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (Paragraph 89a StGB) ermittelt, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Sachsen in Dresden sagte. Es blieb zunächst unklar, ob ein Gericht in Chemnitz oder der Landeshauptstadt Dresden zuständig sein wird.

Die Polizei sucht in Chemnitz weiter nach dem 22-jährigen Syrer, der einen Bombenanschlag geplant haben soll. Auf den Öffentlichkeitsaufruf sind nach Polizeiangaben vom Morgen bisher mehr als 80 ernstzunehmende Hinweise eingegangen. Die Polizei machte zunächst keine Angaben, weshalb der offenkundig observierte Mann entkommen konnte. Nach dem Syrer wird auch bundesweit gefahndet.

Es ist weiterhin unklar, ob der Mann mit möglichen Kontakten zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine Waffe oder Sprengstoff bei sich trägt. Der Hauptbahnhof in Chemnitz war am Samstag vorübergehend gesperrt worden. Auch an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden am Abend die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.

Die Polizei Sachsen hatte am Samstagnachmittag nach stundenlanger vergeblicher Suche auf Twitter mitgeteilt: «Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen läuft. Derzeit wissen wir aber nicht, wo er sich befindet und was er bei sich trägt. Seid vorsichtig.» Auch im 260 Kilometer entfernten Berlin gingen Polizisten mit dem Fahndungsbild des Syrers auf Streife.

Bei einer Anti-Terror-Razzia hatten Polizisten in Chemnitz mehrere hundert Gramm hochexplosiver Sprengstoff in einer Wohnung gefunden. Dort hatte sich zuvor der Gesuchte aufgehalten. «Wir hoffen, es ist ein Großteil dessen, was er haben könnte», sagte der LKA-Sprecher. Das Umfeld im betroffenen Fritz-Heckert-Wohnviertel werde weiter untersucht. «Der Einsatz wird noch eine Zeit dauern.» In der Nacht konnte zumindest ein Teil der Anwohner zurück in die eigenen Wohnungen.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig dankte am Sonntagmorgen den Einsatzkräften für deren «schnelles und besonnenes Handeln in dieser brisanten Situation». «Die Gefahr für die Bevölkerung vor Ort konnte damit gebannt werden. Zusammen mit anderen Sicherheitsbehörden fahnden wir nun unter Hochdruck nach dem flüchtigen Terrorverdächtigen», sagte der CDU-Politiker.

In diesem Jahr waren bereits

mehrfach Pläne für mutmaßliche Sprengstoffanschlägein Deutschland vereitelt worden. Im Februar kam die Polizei einer Gruppe auf die Schliche, die womöglich ein Sprengstoffexplosion in Berlin beabsichtigte. Im Juni nahm die Polizei drei mutmaßliche IS-Anhänger fest, die es auf die Düsseldorfer Altstadt abgesehen haben sollen. Zuletzt flog im September ein 16-jähriger Flüchtling aus Syrien in Köln auf. Nach Angaben der Ermittler hatte er einen Sprengstoffanschlag geplant und von einem Chatpartner im Ausland Anweisungen zum Bombenbau erhalten.



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