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Fahrer streitet Vorwürfe ab

Auto rammt Kinderwagen: Oma und Baby tot

Gaggenau (dpa) - Ein Autofahrer hat eine Oma und ihren kleinen Enkel in einem Wohngebiet der badischen Stadt Gaggenau überfahren und die Verletzten hilflos zurückgelassen.

veröffentlicht am 14.07.2018 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 15.07.2018 um 09:23 Uhr

Polizei-Markierungen nach dem schweren Verkehrsunfall in Gaggenau: Eine Frau und ein Baby starben. Foto: Benedikt Spether

Die 54-Jährige und der sieben Monate alte Junge starben nach dem Zusammenprall. Die Polizei ermittelte einen Verdächtigen, doch der bestritt eine Beteiligung, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilten. Der 47-Jährige wurde festgenommen, kam aber wieder auf freien Fuß. Ob er betrunken war oder Drogen genommen hatte, sollen Blutproben zeigen. Die Beamten ermitteln wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht gegen den Mann.

Nach Erkenntnissen der Polizei war der Autofahrer am Freitagabend mit seinem Wagen in dem Wohngebiet in der Nähe des Flusses Murg unterwegs. Erlaubt ist dort Tempo 50. Aus zunächst unbekannter Ursache kam er nach rechts von der Straße ab. Auf dem Gehweg parallel zur Fahrbahn erfasste er die Frau und ihren Enkel, der laut Polizei wohl im Kinderwagen lag. Die 54-Jährige starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Rettungshubschrauber brachte das Kind mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik, wo es am frühen Samstagmorgen ebenfalls starb.

Statt den Opfern zu helfen, war der Fahrer nach dem Unfall in der Innenstadt geflüchtet. Den Angaben zufolge hatten die Ermittler das Kennzeichen des mutmaßlichen Unfallwagens am Unfallort gefunden. Die Polizei machte den 47-Jährigen noch am Abend bei einem Bekannten im Raum Gaggenau ausfindig. Dabei fanden die Beamten auch einen schwer beschädigten Wagen, der dem Mann gehören soll. Über seine weitere Identität war zunächst nichts bekannt. «Das tut nichts zur Sache», sagte ein Polizeisprecher. Auch zur Familie der Opfer wollte der Sprecher nichts weiter sagen. Die Eltern wurden von einem Notfall-Krisenteam betreut.

Der mutmaßliche Fahrer streitet laut Polizei eine Beteiligung an dem Unfall ab. Bis ein Ergebnis seiner Blutproben vorliegt, könnte eine Woche vergehen, sagte der Sprecher. Spezialisten der Verkehrs- und Kriminalpolizei sowie ein Sachverständiger arbeiteten am Samstag daran, den Unfallhergang zu rekonstruieren.

Für die Aufklärung sucht die Polizei Zeugen. «Durch die bisherigen Ermittlungen können die Minuten nach dem tödlichen Unfall und die Flucht des mutmaßlichen Täters nur in Teilen nachvollzogen werden», hieß es. «Auch zu den Sekunden vor dem tragischen Unglück fehlen den Ermittlern der Verkehrspolizeidirektion noch wichtige Details.»

Gaggenau ist eine Kleinstadt mit rund 30 000 Einwohnern in der Nähe von Baden-Baden. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu Tausenden Verkehrsunfällen. Im vergangenen Jahr gab es laut Statistischem Bundesamt 457 354 schwere Unfälle von Auto- und Lasterfahrern mit Verletzten. In 20 528 Fällen flüchteten die Fahrer vom Unfallort. 68 Mal davon fuhren Beteiligte sogar nach tödlichen Unfällen davon.

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