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Online-Marketing

Woher kommt der Einhorn-Trend?

Mit Schokoladen-Hamsterkäufen gibt normalerweise niemand an. Wie kommt es dann, dass im Internet plötzlich unzählige Bilder mit wahren Bergen von pinken Tafeln auftauchen - und Selfies, auf denen sich Menschen stolz Schokolade vors Gesicht halten?

veröffentlicht am 14.11.2016 um 14:06 Uhr

Hinter dem Einhorn-Trend steckt ein Marketing-Coup des Schokoladen-Produzenten Ritter Sport. Er steht stellvertretend für eine neue Werbestrategie, bei der Kunden auf sozialen Netzwerken zu Markenbotschaftern gemacht werden.
Bei Ritter Sport funktionierte das so: Zuerst kündigte das Unternehmen auf Facebook ein großes Geheimnis an, brachte dann die neue Sorte "Einhorn" in kleiner Auflage heraus, druckte einen Hashtag und viel Glitter auf die Packung. Dann konnte man sich schon zurücklehnen.

Mit diesem Facebook-Post des Unternehmens nahm der Wahnsinn seinen Lauf:
Otto-Normal-Verbraucher stemmte fortan einen Löwenanteil des Marketings: auf Facebook, Twitter und Instagram. "Ich hab' sie!", schreibt ein User auf Twitter. Ein anderer postet: "Ich dreh' durch! Ich will - brauche - diese Schoki." Nachdem die "Einhorn"-Sorte innerhalb von 48 Stunden ausverkauft war, produziert das Unternehmen aus Waldenbuch bei Stuttgart nun eine neue Fuhre nach. Bei Ebay kursieren derweil diverse Angebote, dort werden meist mehrere Tafeln der seltenen Schokolade auf einmal angeboten. Der Einzelpreis liegt dabei um die zehn Euro. Ein Nutzer hat sogar eine einzelne Tafel für 52 Euro angeboten - und einen Käufer gefunden.

Am Montagnachmittag ab 15 Uhr soll die Schokolade wieder im Online-Shop verfügbar sein, zeitweise waren die Server aber überlastet:

"Wir sehen das natürlich erfreut", sagt Ritter-Sport-Sprecher Thomas Seeger über die massenhaft verbreiteten Fotos. Faktisch handele es sich dabei vermutlich auch um kostenlose Werbung. Bereits seit einigen Jahren trete das Unternehmen über die sozialen Medien gezielt in einen "dialogischen Kontakt" mit den Verbrauchern - und beziehe sie auf diesem Wege in den werblichen Auftritt ein. "Klassische Werbung ist für uns aber nach wie vor unverzichtbar", sagt Seeger.

dpa

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