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Vor- und Nachteile der mobilen Warnsysteme Katwarn und NINA

Katastrophenalarm per App

Die Anschläge in Bayern haben Deutschland und die Welt in Atem gehalten. Angst und Verunsicherung sind das traurige Resultat. Das Gefühl der absoluten Sicherheit hat Risse bekommen und das Bedürfnis, immer und überall über den Stand der Dinge informiert werden zu wollen, zugenommen. Da Angst ein schlechter Begleiter ist, scheinen im mobilen Zeitalter Warnsysteme als App eine Alternative zur Ungewissheit zu sein. Wir haben uns zwei Angebote angeschaut.

veröffentlicht am 25.07.2016 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 06.10.2016 um 13:19 Uhr

Franziska Winkler

Autor

Redakteurin / Pressereferentin zur Autorenseite

Im Fall des Amoklaufes eines 18-Jährigen in München am vergangenen Freitag nutzten die Behörden neben dem Kommunikationsdienst Twitter auch das Smartphone-System Katwarn, um Warnungen auf dem schnellstmöglichen Weg auszustoßen. Laut eines Katwarn-Sprechers hätten über 250 000 Menschen im Bereich München den mobilen Service in Anspruch genommen. Aber was genau ist und was kann Katwarn? Behörden, Feuerwehren oder Unwetterzentralen können durch den seit 2010 existierenden Dienst die Bevölkerung direkt vor Gefahrenlagen warnen. Sollte es im vom Nutzer gewählten Gebiet zu Unwettern, Bränden, Chemieunfällen Bombenentschärfungen oder Schießereien kommen, wird eine Nachricht verschickt, entweder über die Push-Funktion, per SMS oder E-Mail. So bleibt der Service Niemandem verwehrt. Ebenso kann die App je nach gewählter Einstellung die genaue Position orten. Die Anmeldung ist kostenlos und wird von jedem Betriebssystem (Windows, iOS und Android) unterstützt.

Doch Katwarn bietet nicht nur Positives. Das Warnsystem ist ausschließlich effektiv, sofern die eigene Stadt oder der Landkreis sich dort hat registrieren lassen. Bereits 65 Städte und Landkreise sind aktive Nutzer und zahlen für die Einführung einmalig 15000 Euro sowie jährlich 3000 Euro für technische Unterstützung, eine Warnung per SMS kostet sie sechs Cent. Nachrichten per E-Mail und Smartphone-App sind kostenfrei. Hameln-Pyrmont zählt bislang noch nicht zu dem Kreis. Dies soll vorerst auch so bleiben. Man wolle aber die verschiedenen Warnsysteme sachgerecht auf eine Einführung prüfen, so die Pressesprecherin des Landkreises.

Die Geschehnisse in München haben zudem auch die Belastungsgrenzen von Katwarn aufgezeigt. Der Dienst war zeitweise nicht erreichbar. Gerade wenn Gefahr in Verzug ist, dürfte dies nicht passieren. Die Betreiber versprechen Besserung und wollen die Kapazitäten schnellstmöglich erweitern. Eine hundertprozentige Zustellsicherheit könne Katwarn jedoch nicht gewährleisten. Störungen in der Verbindung könnten immer wieder dazu führen, dass Warnungen den Nutzer nicht erreichten.

Immer griffbereit: Per App können sich registrierte Nutzer vor Gefahren warnen lassen. Foto: Wal

Eine Alternative zu Katwarn ist die ebenfalls kostenlose Notfall-Informations- und Nachrichten-App, kurz NINA, vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Im Unterschied zum Konkurrenten ist NINA die erste App zur Warnung der Bevölkerung in ganz Deutschland, die vom modularen Warnsystem von Bund und Ländern mit Informationen gespeist wird. So kann jeder beliebige Ort der eigenen Wunschliste hinzugefügt und somit abonniert werden. Des Weiteren können auch Warnstufen eingestellt werden, ab denen Nutzer benachrichtigt werden wollen. Hilfreiche Notfalltipps sollen das Programm abrunden. In der Informationsbandbreite erweist sich NINA als weniger breit aufgestellt als Katwarn. Die App ist nur für iOS und Android erhältlich und setzt ihre Warnungen lediglich per Push-Meldung ab. E-Mail und SMS werden nicht bedient. Zu NINAs Systembelastbarkeit lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen. In der Beliebtheit unter den Nutzern hat Katwarn jedenfalls die Nase noch vorn.



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