weather-image
23°

Eine Alternative zu Facebook?

Ello - Netzwerk im Aufbau

Das soziale Netzwerk Ello will ein Gegenmodell zu bestehenden sozialen Netzwerken liefern, muss jedoch noch an sich arbeiten.

veröffentlicht am 21.10.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 08.03.2018 um 11:08 Uhr

270_008_7507298_ello_1_.jpg

Autor:

Sarah Schwekendiek

Grelle Farben, schrille Texte und Wortspiele. Damit wollen Gewerbetreibende in den sozialen Netzwerken ihre Angebote in den Vordergrund stellen. Zudem sind die Anzeigen passend zum Nutzerverhalten individualisiert. Wie das geht? Ganz einfach, die Suchanfragen und Tätigkeiten der Nutzer im Netz werden von Dritten verfolgt, gespeichert und zu Daten umgewandelt, diese werden weiterverkauft – so finanzieren sich die Marktführer.

Das soziale Netzwerk Ello will ein Gegenmodell liefern und ist werbefrei – genau das macht es so interessant. Es ist nicht das erste Netzwerk, das anders als Facebook, Twitter und Co. sein will. Ello will nicht wissen, welche Hobbys der Nutzer hat, wo er schon überall gewohnt oder gearbeitet hat. „Du bist kein Produkt“ – heißt es in einem auf der Webseite veröffentlichten Manifest.

Ello-Nutzer gibt es jedoch noch nicht viele, das Netzwerk steckt noch in der Betaphase, Zutritt bekommen Interessierte nur durch eine Einladung. Diese kann entweder auf der Internetseite beantragt werden, indem man seine E-Mail-Adresse hinterlässt. Eine zweite Möglichkeit ist es, auf Ebay zu suchen – dort werden Einladungen für wenig Geld verkauft oder gar kostenlos angeboten.

Ist man erst einmal drin, gibt es mehrere Wege, anderen Nutzern zu folgen. Zugrunde liegt das sogenannte „Friends and Noise“- Konzept. So kann unter der Kategorie „Friends“ beispielsweise jenen Nutzern gefolgt werden, deren Interessen einem selbst am meisten zusagen. Ihre Beiträge werden dem Follower komplett angezeigt. Unter „Noise“ können dann die restlichen, verkürzten Postings verfolgt werden. Die Betreiber wollen, durch diese klare Abtrennung, eine übersichtliche Startseite schaffen.

Aber auch was die Inhalte angeht, ist Ello anders: Es gibt viel Raum für großformatige Fotos und endlos lange Texte. Eine Zeichenbegrenzung sowie Klarnamenpflicht gibt es nicht. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken ist es hier sogar erlaubt, pornografischen Inhalt hochzuladen, solange er mit NSFW (Not Safe For Work – nicht arbeitsplatztauglich) markiert wird.

Für Facebook-Nutzer selbstverständliche Funktionen fehlen allerdings noch. Zum Beispiel: Privatnachrichten versenden sowie empfangen, Videos einbinden und eine App für die mobile Nutzung. Die technischen Fortschritte werden in einer „Feature List“ dokumentiert. Außerdem bietet der Betreiber eine „Coming soon“-Liste an.

Kritik gibt es aber dennoch: Die Betreiber werben zwar damit, weder Werbung zu schalten noch persönliche Daten weiter zu vermitteln. Laut den Nutzungsbestimmungen könnten Daten jedoch nach Zustimmung, bei gesetzlicher Verpflichtung und wenn etwas gekauft wurde, weitergegeben werden. Zudem zeigt sich Ello hinsichtlich der Herkunft des Startkapitals von 435 000 Dollar verschwiegen. Dieses wurde von einer Risikogesellschaft zur Verfügung gestellt – der Datenverkauf könnte eine Gegenleistung gewesen sein. Es wird sich zeigen, wie Ello in Zukunft, seine idealistischen Ziele und die Notwendigkeit, wirtschaftlich zu arbeiten, vereinbaren kann.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?