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Wie Snapchat seine Vergänglichkeit abschafft

Das Ende einer Ära?

Alles ist vergänglich. Diese Redewendung traf bisher auf kein Portal besser zu als auf den Kommunikationsdienst Snapchat. 2011 von Robert Murphy und Evan Spiegel gegründet, mauserte sich das Unternehmen zu einem der beliebtesten Instant-Messenger der Welt. Aufkauf-Angebote durch Facebook. für zunächst eine Milliarde und später drei Milliarden US-Dollar wurden abgelehnt. Zu Recht, schaut man sich das stete Wachstum und die steigende Beliebtheit unter den Usern an. Der Wert des Unternehmens liegt mittlerweile bei über 19 Milliarden US-Dollar. Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Finanzdienstes Bloomberg sehen 150 Millionen aktive Nutzer täglich zehn Milliarden Video-Clips. Mit dieser Aktivität liegt Snapchat weltweit noch vor Facebook, das auf circa acht Milliarden tägliche Video-Aufrufe kommt. Aber worin liegt der Reiz, den dieser Messenger besonders auf junge Menschen ausübt?

veröffentlicht am 12.07.2016 um 12:09 Uhr
aktualisiert am 06.10.2016 um 13:28 Uhr

Franziska Winkler

Autor

Redakteurin / Pressereferentin zur Autorenseite

Hameln.

Im Gegensatz zum Facebook-Messenger und Whats-App hatte Snapchat eine Besonderheit: Verschickte Fotos, Videos und Nachrichten zerstörten sich, was heißt, sie waren nur für eine bestimmte Anzahl von Sekunden für die andere Person sichtbar. Warum die Vergangenheitsformen „hatte“und „waren“? Weil Snapchat seit Mitte letzter Woche nicht mehr das sein wird, was es einmal war. Mit der neuen Funktion „Memories“ hat Snapchat sein Alleinstellungsmerkmal – die Vergänglichkeit – abgeschafft. Nun ist es den Usern möglich, Fotos dauerhaft zu speichern. „Memories“ soll ein durchsuchbares Bildarchiv innerhalb der App bieten. Durch Eintippen eines Suchbegriffs wie „Katze“ oder „Urlaub“ werden entsprechende Fotos auffindbar. Nach der Funktion „Story“, mit der Fotos und Videos für einen Tag auf einen Blick zu sehen sind, ist dies schon die zweite Zusatzoption, die der Dienst seinen Usern anbietet und deutliche Schritte in Richtung Anpassung an die Konkurrenz macht. Nach Aussagen des Unternehmens reagiere man mit der neuen Funktion darauf, dass viele Nutzer die App auch als zentrale Kamera-Anwendung nutzen würden. Das Fotoalbum als Sinnbild von „Memories“ scheint damit umso einleuchtender.

Trotz vermeintlichem Fortschritt büßt Snapchat aber auch an Individualität ein. Steht Twitter für seine 140 Zeichen, Instagram für seine Fotos und Facebook für das Netzwerken, stand Snapchat für Spontaneität. Dadurch, dass man seine Fotos nun im Nachhinein noch ewig bearbeiten kann, geht das Spontane verloren und damit auch ein wenig die Einzigartigkeit.

Wie ein Fotoalbum: Bald kann man bei Snapchat Fotos speichern. Foto: Screenshot snapchat/ jph

Snapchat gibt es kostenlos im Google Play Store und iTunes-Store. Windows-PhoneNutzer müssen voraussichtlich noch bis Ende 2016 warten bis die App auch hierfür erhältlich ist. Das entsprechende Update für „Memories“ kann bereits im App-Store heruntergeladen werden. Aktiviert wird es allerdings erst in den kommenden drei Wochen.



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