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Verfolgt und unterdrückt: Eziden wollen Schattendasein beenden und einen Verein gründen

veröffentlicht am 21.02.2012 um 15:31 Uhr
aktualisiert am 13.03.2019 um 14:24 Uhr

Philipp Killmann

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Reporter zur Autorenseite

Hameln. Aus der Not heraus sind die Jesiden lange Zeit kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Zu lange wurden sie verfolgt. Diskriminierung und Unterdrückung in der Türkei, in Syrien, im Irak und im Iran trieben viele ins Exil, vor allem in den 80er Jahren auch nach Deutschland. Jetzt wollen sie ihr Schattendasein beenden und einen Verein gründen. 

In Hameln machten sie bislang meist unfreiwillig Schlagzeilen: 1994, als ein zum Islam konvertierter Deutscher im Rahmen eines Glaubensstreits den Hamelner Eziden Guthan Aldemir erschlug. Und im September 2011, als die Frage, ob auch Eziden am von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen organisierten „Friedensfest der Religionen“ teilnehmen könnten, eine kontroverse Debatte über angebliche „Teufelsanbeterei“ auslöste.

Letztere rüttelte die Eziden, wie sich die Anhänger der kurdischen Religionsgemeinschaft selbst vorzugsweise nennen, die an der Debatte nicht beteiligt waren, da sie in Hameln bisher nicht organisiert sind, auf. Jetzt versammelten sich knapp 30 Eziden in den Räumen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, um über die Gründung eines Vereins zu beraten.

„Im Landkreis Hameln-Pyrmont leben etwa 120 ezidische Familien, aber kaum einer kennt diese Religionsgruppe, und sie hat bisher niemanden, der für sie spricht“, erklärt Scheich Emin Kaska. „Die öffentlichen Diskussionen über die Eziden zeigen, dass Vorurteile gegenüber den Eziden aus dem Orient auch in den Landkreis gezogen sind. Daher haben wir es uns zum Ziel gesetzt, einen ezidischen Verein zu gründen.“

Welche Ziele der Verein hat, erzählen einige der Mitglieder in der Dewezet.

 



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