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Abriss im Sumpf: Hamelns Rap-Welt feiert sich selbst

HAMELN. Geht doch! Schien es zuletzt doch lange so, als ginge Rap in Hameln eher nicht. Die Zeiten der großen Hip-Hop-Jams im „Regenbogen“ sind lange vorbei und seitdem fand Rap-Musik in der hiesigen Öffentlichkeit praktisch nicht mehr statt. Inzwischen dominiert Rap die Charts – und spätestens am Samstag hat auch die Hamelner Rap-Welt ihren Dornröschenschlaf beendet. Knapp 400 Besucher der Live-Rap-Session „#gibihm!“ feierten sich und das Dutzend Künstler auf der Bühne der Sumpfblume.

veröffentlicht am 27.05.2019 um 15:31 Uhr
aktualisiert am 27.05.2019 um 21:00 Uhr

Überraschung des Abends: Medic. Foto: Nils Klostermann/pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Es war ein bunter Mix, den das Hamelner Veranstalter-Team „Shimmy ya“ für diesen Abend auf die Beine gestellt hatte. Rapper und Produzenten unterschiedlichster Couleur aus Hannover, Minden und – allen voran – Hameln gaben sich in der Sumpfe die Klinke in die Hand, wechselten einander ab und unterstützten sich gegenseitig auch vor der Bühne – unabhängig von Stil und Erfahrung.

Den geschmeidigen Auftakt machte der Hamelner Lutador mit viel klassischem Bumm-Tschack, gefolgt von dem charismatischen Armando aus der Nordstadt. Und dann plötzlich: Medic! „Was hast du erwartet, Dicker, es ist Medic!“, rappte dieser. Und das hatte der Rezensent in der Tat so nicht erwartet, was der Hamelner da auf der Bühne bot: Souveräne Raps auf bretthaften Beats mit einer Riesenportion Ausstrahlung – kann nur funktionieren.

Nach ihm der grundsolide Panorama aus Minden, der mit seinen Live-Qualitäten punktete – aber soundtechnisch, wie auch Armando und Lutador, leider etwas das Nachsehen hatte, war der Klangteppich doch etwas dünn und die Reihen vor der Bühne – unverdienterweise – etwas luftig. Die Hamelner Fuzzelbrain und Mido wollten es an diesem Abend wissen und ließen die Sumpfblume mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire und ihrer mitreißenden Energie regelrecht aufblühen.

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Publikumsliebling des Abends: Elluess. Foto: Nils Klostermann/pr

Tibe überzeugte mit Tobi und pries die Hamelner Kleinstadt, Ikarus aus Hannover setzte mit LP auf Publikumsnähe und führte sogar einen eigenen Tanz auf, bevor mit Elluess, unterstützt von HarzweiA, der Publikumsliebling dieses Abends auftrat und die Sumpfe – den technischen Problemen geschuldeten Sound-Ausfällen zum Trotz – buchstäblich beben ließ. Wenn auch etwas zum Leidwesen von D&D, dem großartigen Duo Dick & Doof aus Hannover, das sich im Anschluss an Elluess als Haupt-Act mit deutlich weniger Publikum zufriedengeben musste, da es die meisten Besucher nun an die frische beziehungsweise rauchgeschwängerte Luft gezogen hatte.

Aber auch sonst lichteten sich die Reihen in den Pausen zwischen den Acts meist ein wenig zu eilig, dabei sorgte das Hamelner Hip-Hop-Urgestein Lars B. in seiner Rolle als Host und DJ durchaus für Unterhaltung, sei es, indem er Biggie oder Chuck D rezitierte oder Rakims „Move the Crowd“ aus dem fernen Jahre 1987 mal eben ins Deutsche übertrug.

Hip-Hop hat ein schlechtes Image und wird gern auf Gangsta-Rap und verbale Ausfälligkeiten reduziert. Auch an diesem Abend fielen auf der Bühne teilweise deutliche Worte – aber na und?! Ein altes Motto aus Hip-Hops Anfangstagen lautet: „Peace, unity, love, and having fun!“ Nichts anderes haben die Rapper und ihr Publikum an diesem Abend in vollen Zügen gelebt.



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