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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 12.07.2021 um 10:17 Uhr

Zukunftschancen werden verbaut

Zu: „Reichlich trockener Lesestoff“, vom 23. Juni


Zur Grundstücksfindung für ein gemeinsames Feuerwehrhaus reichten die Ortskenntnisse von Rat und Verwaltung nicht aus. Von externen Beratern der Orgakom wurde kostenpflichtig der Parkplatz „Am Gondelteich“ mit einer willkürlichen Hilfsfrist von 8 Minuten vorgeschlagen, die bereits heute zu 30 Prozent nicht eingehalten wird. Dieser Umstand wird sich mit dem neuen Standort nicht ändern. Die Empfehlungen erhielten am 15. Juni 2017 den Segen des Rates inklusive Bürgermeister. Von Anfang an war der gravierende Planungsfehler mit Langzeitwirkung umstritten und wird mehrheitlich und deutlich von der Bevölkerung abgelehnt. Vertreter der Werbegemeinschaft, drei Kurdirektoren, Handwerksvertretung, leitende Angestellte der Verwaltung und öffentlicher Einrichtungen, Mitglieder der Feuerwehr usw. machten über mediale Veröffentlichungen deutlich, dass ein derartiger Zweckbau an dem exponierten Standort nicht entstehen dürfe. Aus Gründen der Loyalität wurde vielfach Diskretion gewahrt. An diesem Dilemma wird seit vier Jahren erfolglos, dafür aber kostenintensiv verwaltungsseitig laboriert.

Anstatt die Bürger zusammenzuführen und zu einen, wurde eine seit Jahren erkennbare Spaltung der Einwohner immer intensiver befeuert. Inzwischen sind Verletzungen entstanden, deren Narben noch nach späterer Inbetriebnahme der Einrichtung spürbar sein werden. Ich sehe darin die Aufgabe des Bürgermeisters, vermittelnd einzugreifen. Entgegen seiner Äußerung im Pyrmonter Nachrichten-Artikel ist der Standort Gondelteich kein Kompromiss. Der von ihm zitierte Arbeitsauftrag ist mit seiner eigenen Zustimmung erfolgt. Das Drehbuch für das Drama beschreibt im nächsten Kapitel den Vorgang: Planung, Bau und Zwischenfinanzierung durch einen Totalunternehmer. Wir sind inzwischen so weit, dass ortsansässige, leistungsfähige Architekturbüros nach Auffassung von Rat und Verwaltung nicht in der Lage sind, einen derartigen Zweckbau zu planen und zu bauen.

Ich persönlich besitze mehr Vertrauen in die privaten Büros als zum städtischen Bauverzögerungsamt. Die mit dem Standort verbundenen, vermeidbaren und kostenintensiven Probleme mit Eingriffen auf die eingegrünte Stadionanlage sind allgemein sattsam bekannt und bedürfen keiner erneuten Erwähnung.

Mit einer kurzsichtigen Politik werden irreparable Zukunftschancen verbaut. Weshalb unternimmt der Baurat keine Beurteilung aus städtebaulicher Sicht? Stattdessen wird allein auf Feuerwehrbelange Rücksicht genommen. In zwei Monaten, anlässlich der Kommunalwahlen, sollten die Bürger den Feuerwehrhaus-Standort zum Kernthema machen und durch ihre Stimmabgabe bewerten. Tenor: Zahlreiche und gute Argumente sprechen gegen den Standort Gondelteich. Es sind andere Lösungen möglich, dafür gibt es überzeugende Gründe.