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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 26.02.2021 um 11:32 Uhr

Zu: „Aufregung um getöteten Wolf“, 13. Februar

Wolfstötung war nicht rechtens

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Genehmigungen zum Abschuss von Wölfen enge Grenzen gesetzt. Das Urteil vom 10. Oktober besagt, dass strenge Bedingungen erfüllt sein müssen, um Wölfe zum Abschuss freizugeben.

Schlussfolgernd dürfen Wölfe in Europa nur zum Abschuss freigegeben werden, wenn Behörden ein klares Ziel definieren könnten und die Abschüsse diesem Ziel nachweisbar dienen würden. Dies gilt zum Beispiel bei mehrfachen Weidetierrissen trotz Herdenschutzmaßnahmen. Die „Entnahme“, charmante Behördensprache für Töten, darf dann nur selektiv erfolgen. Die Tötung der Fähe aus dem Herzlaker Rudel war somit nicht rechtens. Im Übrigen, wenn ein Jäger, der eine Fähe nicht von einem Wolfrüden unterscheiden kann, zumal die Ranzzeit (Paarungszeit) der Wölfe zwischen Januar und März stattfindet, dem sollte bitteschön der Jagdschein entzogen werden. Dieses pauschale Abknallen, bis der richtige „Täter“ gefunden wird, ist beschämend für jeden Tierschützer und Naturliebhaber. Man stelle sich doch mal vor, wenn ein Labrador ein Reh wildert und reißt, wird dann jeder Labrador unter Generalverdacht gestellt, angeklagt und eingeschläfert???