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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.05.2021 um 12:23 Uhr
aktualisiert am 07.05.2021 um 13:30 Uhr

Leserbrief

Wie steht der Landkreis zu den Entlassungen?

Zu: „Sana entlässt Mitarbeiter“, vom 3. Mai
Mit Entsetzen habe ich am Montag den Bericht über die geplante „Schließung“ des Service- und Logistikbereiches der Sana Service GmbH mit 1020 Kündigungen gelesen. „Mitarbeiterverachtender“ geht es wohl nicht mehr. Zum Tag der Arbeit wurde diese Maßnahme in den Medien veröffentlicht, mitten in der dritten Coronawelle. Die Regierung fordert die Menschen zu Solidarität und Zusammenhalt auf, wird nicht müde, die großartigen Leistungen der Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu loben, und zeitgleich werden mal eben 1020 Mitarbeiter beim Sana-Konzern geschasst. So entledigt man sich einfach der langjährigen Mitarbeiterschaft. Egal, ob Alleinverdiener oder besonderer Kündigungsschutzstatus, der Laden wird dichtgemacht. Vielleicht werden die Mitarbeiter im günstigsten Fall weiter im Sana arbeiten dürfen. Nur sicher zu Dumpinglöhnen, weniger guten Sozialleistungen bei einem externen „Dienstleister“. Der „worst case“ läge wohl eher im Bereich der Fleischindustrie mit Leiharbeitsverträgen? Und nicht, weil der Konzern in Schieflage geraten ist – nein, zur Verbesserung des „Betriebsergebnisses“, das heißt zur Sicherung attraktiver Dividenden für die Anteilseigner! Diese sind übrigens ausschließlich gutgestellte Versicherungskonzerne, teils private Krankenversicherungen. Das Leitbild des Sana- Konzerns auf der Homepage: „Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut, all unser Tun ist geprägt durch den respektvollen Umgang untereinander“, ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten! Der Landkreis Hameln-Pyrmont ist zu 49 Prozent Anteilseigner beim Klinikum Hameln. Bis einschließlich 5. Mai 2021 habe ich von dieser Seite noch keine öffentliche Stellungnahme gelesen. Wie steht der Landkreis dazu?