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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 07.05.2021 um 16:25 Uhr

Leserbrief

Wer ist an höheren Müllgebühren interessiert?

Zu: „Bessere Verwertung von Grünschnitt“, vom 24. April
Ach wie schön, die Verwaltung bestellt also eine Machbarkeitsstudie für erst mal bis zu 80 000 Euro. Dazu ergeben sich mehrere Fragen: Die Haushaltslage des Landkreises ist angespannt. Kann das nicht bereits für maxmal bis 8000 Euro möglich sein? Machbarkeitsstudien sind doch wohl kein Selbstzweck, sondern der Auftraggeber wird zufriedengestellt, indem die Machbarkeit nachgewiesen wird. Da alles technisch machbar ist, steht dieses Ergebnis bereits fest. „Killerargument“ könnten die mit der Investition verbundenen Kosten bis mindestens 12 Millionen Euro sein. Diese müsste ein privater Investor erst mal stemmen, um sich diese durch den Absatz der erzeugten „schwarzen“ Spezialerde und per Müllgebühren vom Bürger wieder reinzuholen. Wer bitte ist an höheren Müllgebühren interessiert? Meine Nachbarn und ich jedenfalls nicht. Warum wird das Prinzip von Angebot und Nachfrage auf den Kopf gestellt? Warum meinen die Besteller der Machbarkeitsstudie, eine Nachfrage wecken zu müssen? Koste es, was es wolle.

Leider wird dem Leser vorenthalten, wie diese Entscheidung gefallen ist (Beteiligte, Abstimmungsverhalten und -ergebnis). Warum wohl? Ist das Projekt etwa ideologiegetrieben? Es mag sein, dass politische Entscheidungen sehr oft daran kranken, dass diese zu wenig konkret sind.Aber im vorliegenden Falle sind diese zu konkret. Die Politik mischt sich leider in die Geschäfte der Kreisabfallwirtschaft ein. Geht’s noch?