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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 21.10.2021 um 22:11 Uhr

Leserbrief

Warum müssen die Eltern die Geräte selber kaufen?

Zu: „Klare Strategie: iPads für Schulen“, vom 18. September

Besondere Stilblüten entstehen, wenn Kultusministerien und Schulträger in bornierter Weise auf das Thema Digitalausstattung treffen. Das ganze Thema wird in gewohnter Art viel zu verkopft angegangen: Digitalpakt, Mediennutzungskonzept, Rahmenverträge etc.

Wenn schon über 5 Milliarden Euro in den Digitalpakt gestopft werden, warum müssen dann die Eltern die Endgeräte selber kaufen? Und warum zu erhöhten Preisen? Und warum können sie sich nicht selber das Gerät aussuchen?

Wehe den Eltern, die ein oder mehr Kinder in den iPad-Klassen haben: Da kommen dann schon bei zwei Kindern solide vierstellige Summen zusammen. Noch zynischer ist, einerseits das (an sich gute) System Apple vorzuschreiben, aber andererseits die Zulassung als Lernmittel zu verweigern und so vor allem einkommensschwache Familien zu benachteiligen. Der Rahmenvertrag bietet die iPads zu einem um ein Drittel höheren Preis an – inklusive Versicherung(sprovision). Die gleichen Geräte gibt es für zirka 500 Euro bei einem bekannten billigen Notebookhändler.

Die Argumentation von Herrn Krüger ist nur im engeren Sinne nachvollziehbar: Eine einheitliche Gerätebasis ist deutlich besser zu administrieren. Allerdings ist der Hinweis auf die Einheitsbrei-Technik in Skandinavien falsch und daher als Argument unbrauchbar. In Dänemark wird ausschließlich vorgegeben, welche technischen Bedingungen ein Schüler im Unterricht erfüllen muss. Mit welchem Endgerät dies passiert, ist egal. Es gibt die Option einer steuerlichen Entlastung beziehungsweise finanziellen Unterstützung – fertig – einfach – ohne Konzept. Basierend auf dem Glauben an die Kompetenz der Kinder, dass sie neben dem geliebten Smartphone auch ein Notebook zum Laufen bekommen. Daher mein Wunsch: Zahlt aus dem Digitaltopf konsequent die Endgeräte. Oder lasst die Eltern entscheiden, mit welchem Gerät die Kinder auszustatten sind: mit einer Zulassung als Lernmittel oder der Möglichkeit einer steuerlichen Entlastung – und wenig Bürokratie.