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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 03.09.2021 um 21:18 Uhr

Leserbrief

Waffenimitationen gefährlich

Zu: „Zahlreiche Softairschüsse auf Passanten“, vom 27. August

Die Berichterstattung ist total verfehlt, da auf Wesentliches und Wichtiges leider nicht eingegangen wurde. Eine einem Sturmgewehr nachempfundene Softair-Waffe wird oft als Spielzeugpistole angesehen, spielt aber eine große Relevanz im Waffenrecht und bei den Sicherheitsbehörden.

Hier handelte es sich um eine „Anscheinswaffe“ (Paragraf 42a des Waffengesetzes). Gemäß Anlage 1 Abschnitt 2 Satz 4 des Waffengesetzes führt eine Waffe, wer die tatsächliche Gewalt darüber außerhalb der eigenen Wohnung, der Geschäftsräume, des eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte ausführt. Brandgefährlich ist, dass diese Waffen im alltäglichen Einsatz der Polizei oft nicht als „Spielzeugwaffen“ erkannt werden und somit schnell eine gefährliche Bedrohungslage entstehen kann. Die Polizei muss zunächst davon ausgehen, dass es sich um echte und somit gefährliche Waffen handelt. Deswegen ist die Nutzung von Softair-Waffen nur innerhalb befriedeter Besitztümer unter Berücksichtigung festgelegter Altersgrenzen erlaubt. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit gewertet und können mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Euro geahndet werden.

Ich halte es für wünschenswert, das Thema Anscheinswaffen in die schulische Aufklärung zu integrieren. Es sind häufig vor allem junge Menschen, die sich für Waffenimitationen begeistern. Deshalb wäre es wichtig, über die Gefahren zu informieren – mit dem Hinweis, dass die Nutzung von Anscheinswaffen im öffentlichen Raum bis auf wenige Ausnahmen strikt verboten ist. Es wäre auch wünschenswert, dass die Händler über die Rechtslage informieren.