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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 13.08.2021 um 11:10 Uhr

Verschandelung einer gewachsenen Naturlandschaft

Zu: „Leserbriefautoren schreiben Geschichte“, vom 4. August


Die aufwendige, durch Steuern und Kreisumlage finanzierte „Revitalisierung“ zuzüglich Folgekosten der über 80 Jahre alten, nur spärlich noch verbliebenen Nazifestplatz-Restrelikte am Bückeberg nimmt ihren weiteren Verlauf ohne Öffentlichkeitsbeteiligung. Ohne gemeindliches, bauleitplanerisches Änderungs- und Beteiligungsverfahren wird eine grundsätzliche Nutzungsänderung vorgenommen mit Flächenbefestigungen, verzweigtem Wegenetz, baulichen Anlagen und einladenden Sanitäreinrichtungen. Die gemeindeseitig vor Jahren beschlossene Festsetzung als eine die Natur und Landschaft prägende, klimafreundliche Grünfläche im Wasserschutzgebiet der Stadt Hameln wird ignoriert. Die seinerzeit allseits einvernehmlich vorgenommene Festlegung mit Abtrennung der Bauplätze erfolgte öffentlich gemäß dem Baugesetzbuch mit ausdrücklicher Zustimmung des Landkreises und des Landes Niedersachsen als Eigentümer. Soweit jetzt Lehren aus den Bückeberg-Erntefesten gezogen werden sollen, bedarf es zeitgemäß zielführend und kostensparend moderner, digital vernetzter, wissenschaftlich begleitender Lehr-, Lern- und Vermittlungsmethoden in geschützten Lehrräumen (zum Beispiel Museumskomplex Börry) und nicht der Verschandelung einer gewachsenen Naturlandschaft. Damit würde auch dem erklärten Ziel der beiden ehemaligen Landräte und Ehrenbürgermeister der Gemeinde Emmerthal Rechnung getragen. Erst kürzlich wurden deren Straßenschilder, öffentlich leider unbeachtet, angebracht. Die Errichtung der Holocaust-Schandmahnmale als Erinnerung an die schrecklichen Naziverbrechen war, ist und bleibt wichtigste deutsche Aufgabe und Verpflichtung.