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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 05.03.2021 um 12:42 Uhr

Zu: „Hameln soll handeln“, vom 18. Februar

Verlust von Lebensqualität droht

Die Bahnstrecke Hameln–Elze wird elektrifiziert. Ein Geschenk für die Region? Klimafreundliche Verkehrswende im Weserbergland? Elektromobilität auf dem Vormarsch? Ausbau des Nah- und Fernverkehrs für die Bevölkerung? Leider nichts davon. Es werden Ausweichstrecken für den Güterbahnverkehr gesucht.

Das heißt, die Strecke wird für die Nutzung durch schwere und überlange Güterzüge fit gemacht. Langsamere Güterzüge sollen auf Nebenstrecken verlagert werden, da diese die Personenbeförderung auf den Schnelltrassen nur behindern. Die Bahn selbst sieht bei der Bewertung der Maßnahme einen „neutralen“ Nutzen für den Schienenpersonenverkehr, also keine Verbesserung, aber einen großen Nutzen für den Schienengüterverkehr.

Güterzüge sind laut und fahren hauptsächlich nachts, wenn keine Personenzüge unterwegs sind. Das ist dann die Realität für die Menschen im Weserbergland: eine Gefährdung von Gesundheit und Lebensqualität durch Bahnlärm, Zeitverlust durch zusätzliche Warteschlangen an Bahnübergängen, die Beeinträchtigung der Natur- und Erholungslandschaften sowie Verlust von Existenzen die vom Tourismus leben.

Wenn niemand Lärmschutz fordert, wird Lärmschutz auch nicht kommen. Und kein Lärmschutz ist so gut, dass der Schlaf unbeeinträchtigt bleibt. Der nächste Schritt wird übrigens auch schon vorbereitet, der Ausbau der Strecke Hameln–Löhne wurde im Rahmen des Ausbauprogramms „Elektrische Güterbahn“ angemeldet. Die Menschen in der Hamelner Nordstadt in Fischbeck und Hessisch Oldendorf sollten sich also auch genau ansehen, welche Belastungen hier auf sie zukommen.