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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 16.07.2020 um 21:10 Uhr

Tierleid wird billigend in Kauf genommen

Ministerin Otte-Kinast hat so recht, das System Fleisch muss sich ändern. Sie hat gesagt, worauf man in der Politik bisher vergeblich gewartet hat: „Weil wir es nicht mit Autoersatzteilen zu tun haben, sondern mit Lebewesen.“
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Zu: „Otte-Kinast: Das ,System Fleisch‘ muss sich ändern“, vom 13. Juli

Lebewesen, die Massenprodukte und Nummern sind. Lebewesen, die ein Herz im Leib tragen wie wir, ihnen wird jede Würde genommen. Wäre es anders, würde es keine Massentierhaltungen geben, würde man Ferkel nicht mehr betäubungslos kastrieren, Enten, Gänse und Wasservögel nicht ohne Bademöglichkeiten halten, Kühe nicht in Anbindehaltung und ohne Weidegang, Sauen nicht in Kastenständen fixieren, in denen sie sich kaum hinlegen und nicht umdrehen können, Millionen männlicher Küken nicht töten. Es würden ihnen Ohren, Schnäbel, Schwänze nicht kupiert werden. Es gäbe endlich keine Lebendtiertransporte über Tausende Kilometer mehr, die mit Hunger, Durst, Enge, Verletzungen und Entkräftung verbunden sind und in denen Tiere elendig verrecken. Ohne Tierschützer wären auch die schlimmen Zustände in Großschlachtbetrieben nicht ans Tageslicht gekommen. Wo ist unser Mitgefühl geblieben? Für ein billiges Steak oder Schnitzel auf dem Teller wird all das entsetzliche Tierleid billigend in Kauf genommen. Das System Fleisch muss sich ändern, gravierend ändern. Letztendlich kann dies aber nur geschehen, wenn der Verbraucher seinen Fleischverzehr stark reduziert oder ganz darauf verzichtet. Wenn Fleisch nicht mehr jeden Tag auf den Teller kommt, sondern wie früher etwas Besonderes ist, das man wertschätzt. Billiges Fleisch aus artgerechter Tierhaltung kann und wird es nicht geben.

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