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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 16.08.2021 um 13:16 Uhr

Suggestiv gefragt!

Zu: „Atomkraft beliebter als Windkraft“, vom 3. August


Kennen Sie den „Zweck“ von „Suggestivfragen“? Die Lokalredaktion der Dewezet sicherlich. Nachdem ich den großen Bericht der „Montagsfrage“ vom 2. August aufmerksam gelesen habe, möchte ich den „Mitarbeitenden“ der Redaktion folgendes mitteilen: Ich habe den Eindruck, dass hier absichtlich dieses Stilmittel eingesetzt wurde, um eine bestimmte Leserreaktion auszulösen. Das ist rechtlich nicht zu beanstanden und entspricht dem freien Journalismus. Jedoch erwarte ich von einer weltoffenen, unabhängigen Redaktion schon etwas mehr „Neutralität“ und Sachlichkeit sowie Kenntnisse der aktuellen und zukünftigen Klimaveränderung. Ich nenne einige Beispiele: Wenn Sie jemanden eine Auswahl von Fragen stellen und diese Person braucht sich um die jeweiligen Folgen/ Konsequenzen keine Gedanken zu machen, welche Antwort bekommen Sie? Sicher eine, die demjenigen subjektiv/egoistisch am bequemsten erscheint. Fragen Sie mal ein Kind, ob es lieber Schokoeis oder Brokkoli isst.

Nun zu der „Montagsfrage“. Wenn Sie die Frage nach der zukünftigen Energieform stellen, gehört für mich dazu, wo denn ein Endlager für die Nuklearbrennstäbe gebaut werden soll? Zum Beispiel in Grohnde? Sicher wären die prozentualen Antworten ganz anders ausgefallen!

Haben Sie mal mit Bürgerinnen und Bürgern gesprochen, die in Würgassen wohnen und sich gerade massiv gegen ein Zwischenlager/Logistikzentrum für Brennelemente aus ganz Deutschland wehren? Haben Sie mal mit Betroffenen des Lagers „Asse“ beziehungsweise dem Schacht Konrad in Salzgitter gesprochen und welche Energieform diese Menschen größtenteils ablehnen? Atomkraft! Fragen Sie mal die bayerische Landesregierung, ob die ein Endlager für Brennelemente haben möchte. .. Ich weiß die Antwort. Fragen Sie mal die armen Menschen beim Braunkohletagebau Garzweiler, die immer noch „umgesiedelt“ werden, welche Energieform sie favorisieren. Wind und Solar – nämlich erneuerbare Energie.

Ich könnte zig Beispiele aufzählen, wo Menschen etwas befürworten, weil sie von den Folgen gerade nicht betroffen sind und etwas ablehnen, dass sie in ihrem Wohnumfeld stören könnte.