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Ein Leserbrief von veröffentlicht am 20.09.2021 um 11:40 Uhr

Standort für die Feuerwehr noch einmal überdenken!

Zu: „Auf dem neuesten Stand“, vom 3. September


Die Stadtfeuerwehr Bad Pyrmont ist mit neuen Fahrzeugen und Gerät für rund 1,1 Millionen Euro ausgestattet worden. Die Stadt Bad Pyrmont hat bisher immer für einen guten Ausstattungsstandard ihrer Feuerwehren gesorgt und das wird wohl auch in Zukunft so sein. Ein überzogener Kostenrahmen für ein gemeinsames Feuerwehrhaus am Parkplatz Gondelteich ist allerdings nicht hinnehmbar. Als der seinerzeitige Stadtbrandmeister vor vielen Jahren Rat und Verwaltung erklärte, dass die Wehren Holzhausen und Pyrmont ein gemeinsames Feuerwehrhaus akzeptieren würden, gab es viel Erleichterung. Die Bedingung war aber, dass beide Wehren selbstständig bleiben und der Standort zentral zwischen Bad Pyrmont und Holzhausen sein soll. Man glaubte, dies lösen zu können, und versprach sich Synergien bei der Anzahl der Fahrzeuge und den Baukosten, schließlich konnte ein Gebäude ja nicht so teuer werden, wie die Sanierung von zwei Gebäuden.

Unter Federführung der seinerzeitigen Bürgermeisterin kam eine Arbeitsgruppe schon damals zu der Erkenntnis, dass der Parkplatz am Gondelteich wohl der geeignetste Standort ist, neben den Standorten hinter Welger und bei den Stadtwerken. Die Idee wurde aber nicht weiter verfolgt, weil deutlicher Widerstand schon damals erkennbar war. Als Nächstes wurde die 8-Minuten-Hilfsfrist vom Rat als Ziel beschlossen, die zu 70 Prozent gar nicht einzuhalten ist, aber gleichzeitig einen zentralen Standort bedingt. Den Bürgerinnen und Bürgern wird seitdem angebliche Sicherheit innerhalb dieser Frist vorgegaukelt. Der anschließend erstellte Feuerwehrbedarfsplan kam folgerichtig auch zu dem Ergebnis, dass der Standort Parkplatz am Gondelteich der beste ist. Seitdem verfestigen sich die Planungen hierauf.

Der Feuerwehrbedarfsplan hat aber zwei markante Mängel. Er bewertet bei der Standortanalyse nicht die städtebaulichen Erfordernisse und berücksichtigt nicht die demografische Entwicklung. Anhand der vorliegenden Bertelsmannstudie lässt sich leicht ermitteln, dass beide Wehren dauerhaft selbstständig nicht überlebensfähig sein werden. Ihnen bleibt also über kurz oder lang gar nichts anderes übrig, als sich zusammenzuschließen. Mit den anderen ursprünglichen Annahmen wurde ebenfalls aufgeräumt. Der Feuerwehrbedarfsplan sieht nicht weniger Fahrzeuge vor, sondern mindestens genauso viele wie bisher. Die Baukosten für das Feuerwehrhaus inklusive der Nebenkosten für Kanalverlegung, neue Parkplätze usw. haben inzwischen einen Betrag erreicht, für den man zwei gleichwertige Feuerwehrhäuser an einem anderen, einfacher zu bebauenden Standort errichten könnte, siehe Bad Münder. Allein diese beiden Tatsachen sollte die Politik dazu anhalten, nochmals über den Standort Gondelteich nachzudenken. Und noch etwas. Seit Langem schon werden die Tageseinsätze nach meinem Kenntnisstand in einer sogenannten Tagesschleife gefahren. Hier werden alle schnell zur Verfügung stehenden Feuerwehrleute direkt alarmiert, der Einsatz erfolgt im Regelfall von der Waldecker Straße aus. Sie gehören den unterschiedlichsten Wehren an, weil schon jetzt keine Wehr tagsüber in der Lage ist, den Erstangriff entsprechend der Vorgaben auszuführen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, egal wo das neue gemeinsame Feuerwehrhaus steht. Daher sollte der Standort nochmals überdacht werden und die Wehren von Holzhausen und Pyrmont sollten der Politik signalisieren, dass sie geeignete Alternativstandorte in Holzhausen oder in Pyrmont/Oesdorf auch akzeptieren würden. Das Kirchturmdenken muss ein Ende haben!